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Mehr Arbeit, mehr Inflation, mehr Zinsen? US-Notenbank debattiert über Niedrigzinspolitik

Countdown für die Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed: Die Spannung könnte größer sein, denn eigentlich gilt das Ergebnis als ausgemachte Sache: Um 25 Basispunkte wird die Fed den Leitzins morge

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Mehr Arbeit, mehr Inflation, mehr Zinsen? US-Notenbank debattiert über Niedrigzinspolitik

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Countdown für die Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed: Die Spannung könnte größer sein, denn eigentlich gilt das Ergebnis als ausgemachte Sache: Um 25 Basispunkte wird die Fed den Leitzins morgen wohl erhöhen, darin sind sich die Experten sicher.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank tritt unter Yellens Vorsitz am Dienstag zu einer zweitägigen Sitzung zusammen, an dessen Ende die Zinsentscheidung bekanntgegeben wird. Es wäre bereits die zweite Leitzinserhöhung in den USA innerhalb von drei Monaten, und es könnten weitere in diesem Jahr folgen.

Die Fed hat die Ziele ihrer Niedrigzinspolitik offenbar schneller erreicht als angenommen: Die Inflationsrate betrug in den vergangenen 12 Monaten 2,2 Prozent, das ist mehr als die von der Fed angestrebten zwei Prozent. Die Arbeitslosenzahlen sind bei 4,7 Prozent – für die Fed bedeutet das Vollbeschäftigung, trotz aller kritischer Stimmen, dass die Arbeitsmarktentwicklung nicht nachhaltig sein könnte.

Robert Halver, Analyst bei der Baader Bank, geht dennoch nicht von einem radikalen Kurswechsel von Fed-Chefin Janet Yellen aus: “Wenn die Konjunktur besser ist, dann kann man auch eine Zinserhöhung machen. Aber viel wichtiger ist natürlich dann die Aussicht, was kommt danach? Und ich bin mir sicher, Frau Yellen wird weiterhin ihr Zinsspiel ohne Ball betreiben. Ihre Zinswende wird homöopathisch sein, niemandem wehtun, weil sie genau weiß, angesichts der Weltverschuldung kann man hohe Zinserhöhungen nicht mehr verkraften.”

EZB prescht nicht voran

Der EZB scheint diese Strategie nicht auszureichen. Sie hat hat den Leitzins zunächst bei null Prozent belassen. Auch die Anleihenkäufe sollen noch bis Ende des Jahres weiterlaufen, aber um ein Viertel auf 60 Milliarden Euro im Monat sinken.

Auch bei der Inflation scheint die EZB anderer Meinung als die Kollegen in den USA zu sein: Im Februar war die Inflation im Euroraum – getrieben vor allem von hohen Energiepreisen – erstmals seit vier Jahren wieder auf zwei Prozent gestiegen. Die EZB strebt zwar Rate von knapp unter 2,0 Prozent an, hält die aktuelle Entwicklung aber noch nicht für nachhaltig.

Die Anleger halten sich dann auch mit großen Sprüngen zurück. Der Dow Jones lag zu Handelsbeginn 0,23 Prozent im Minus. Ähnlich sieht es an den europäischen Börsen aus: Zu Mittag lag der Dax bei Minus 0,07 Prozent, der Londoner FTSE gab 0,09 Prozent nach. Die größten Verluste gab es in Madrid und Mailand mit rund einem halben Prozent.