Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Armprothesen und Anti-Mücken-Lack: Japans Ideen für die Gesundheit


focus

Armprothesen und Anti-Mücken-Lack: Japans Ideen für die Gesundheit

Japan ist wohl einer der besten Orte, wenn man herausfinden will, welche Ideen und neuen Technologien es im Bereich Gesundheit und Medizin gibt. Technologien, die dazu dienen, das Leben von Menschen überall auf der Welt zu zu verbessern. Zunächst waren wir bei Honda. Das Unternehmen hat ein Gerät entwickelt, das Menschen mit Gehbehinderung helfen kann.

Makoto Shibata ist einer der Entwickler dieses Assistenten. Er erklärt: “Es handelt sich um einen ganz simplen Aufbau. Wir haben zwei Motoren, eine Batterie und einen Computer an der Hinterseite. Beim Laufen misste der Computer Winkel und Bewegungen der Hüfte. So unterstützt er die Beinbewegungen. Die Bewegungsinformationen werden an einen Tabletrechner geschickt. Das ist wie die Technik bei einem Rennauto zwischen dem Wagen und der Box.”

Der Apparat wurde vom humanoiden Roboter Asimo inspiriert, mit dem Ingenieure den menschlichen Gang ganz genau untersucht haben. Seit 2013 haben mehr als 50 Krankenhäuser in Japan den Geh-Assistenten ausprobiert. So konnte er immer weiter verbessert werden.

Armprothesen aus dem 3D-Drucker

Nicht nur große Unternehmen haben innovative Ideen für die Gesundheitsbranche. Genta Kondo ist ein junger Erfinder, der per 3D-Drucker Armprothesen erzeugt. Mission ARM Japan ist eine Non-Profit-Organisation, in der sich Ingenieure, Designer und körperlich beeinträchtigte Menschen treffen, um künstliche Arme, Beine oder andere Prothesen zu entwickeln.

Genta Kondo gehört zur Organisation. Er ist 31 Jahre alt und Mitgründer des Start-Ups Exii. Er hat Robotik und 3D-Technologie kombiniert. Das Ergebnis: eine bewegliche Armprothese. Sie misst per Sensor Muskelkontraktionen und übersetzt diese in Finger- und Handbewegungen.

Genta Kondo: “Wir stellen alle Informationen frei im Internet zur Verfügung. Wenn man also einen Internetzugang hat, kann man sich die Daten herunterladen und den Arm sofort ausdrucken. Das ist ganz einfach. Man kann den Arm auch anpassen. Man kann ihn testen und es macht wirklich Spaß, einen herzustellen. Dieser technologische Trend wird das Leben der Menschen verbessern. Sie sind nicht mehr auf Spezialisten angewiesen, jeder kann eine Hand ausdrucken.”

Solche praktischen Hilfsmittel könnten Menschen wir Takayoshi Hashimoto zugute kommen. Er wurde mit einer Fehlbildung am linken Arm geboren. Nun probiert er eine neue Prothese aus. Sie wird dann so gestaltet, dass sie ihm ganz genau passt. Takayoshi ist Mitglied bei Mission ARM Japan.

Takayoshi Hashimoto: “Bisher habe ich alles mit der rechten Hand gehalten. Dieser Arm ermöglicht es mit nun, Dinge auch mit der Linken zu halten. Ich hoffe, dass ich künftig alles mögliche mit meinen beiden Armen tun kann. Ich bin sehr optimistisch.”

Umgerechnet rund 500 Euro kostet ein solcher Arm aus dem 3D-Drucker. Das ist deutlich günstiger als eine klassische Armprothese.

Eine Farbe gegen Malaria

Pro Jahr sterben laut der WHO fast eine halbe Million Menschen an Malaria. Ein japanisches Unternehmen will etwas dagegen tun. Es hat eine Farbe entwickelt, die Malaria-Mücken bekämpft. Wir haben die Kansai Paint Labs in Tokio besucht.

Kansai ist einer von Japans größten Industrielack-Herstellern. Jetzt hat das Unternehmen eine Anstrich entwickelt, der Insektizide enthält. So sollen unter anderem Mücken bekämpft werden, die Krankheiten wie Malaria oder Zika übertragen.

Yu Akaki von Kansai Paint: “Angesichts der Tatsache, dass in Afrika viele Kinder an Malaria sterben, wollten wir einen Anstrich entwickeln, der Mücken abschrecken oder töten kann. Diese Farbe enthält Zutaten, die das Nervensystem der Mücken angreifen. Wenn Mücken an einer Wand landen, die mit dieser Farbe angemalt wurde, dann erlahmen sie und können nicht mehr zubeißen. Das ist das Wirkprinzip.”

Kansai sagt, die Wirksamkeit habe während der Testphase bei 80 Prozent gelegen. Zum Einsatz kommt diese Farbe zum Beispiel in Krankenhäusern, aber auch in Kindergärten oder Schulen in tropischen Ländern, in denen Malaria, Zika oder das Dengue-Fieber weit verbreitet sind.