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Südkorea wählt im Mai neuen Präsidenten


Südkorea

Südkorea wählt im Mai neuen Präsidenten

Südkorea wählt am 9. Mai einen neuen Präsidenten. Nach der vorzeitigen Amtsenthebung der bisherigen Präsidentin Park Geun Hye am
vergangenen Freitag durch das Verfassungsgericht kündigte die Regierung den Wahltermin am Mittwoch an.

Aus Sicht der Verfassungsrichter hatte Park einer langjährigen Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte – einschließlich Personalentscheidungen und der Durchsicht geheimer Dokumente – erlaubt und in deren Interessen ihre Macht missbraucht. Park habe ihre «Stellung und ihr Amt zugunsten von Chois Interessen» missbraucht. Auch wird Park Korruption vorgeworfen, was sie aber ebenfalls bestreitet. 

Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn, der die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts derzeit kommissarisch führt, wird sich nicht als Kandidat präsentieren: “Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, dass ich in der aktuellen nationalen Krise die Führung der Regierungsgeschäfte nicht vernachlässigen kann. Deswegen werde ich nicht bei der Präsidentschaftswahl antreten, damit sich die Lage wieder stabilisieren kann.”

Die Park-Vertraute Choi Soon Sil, Tochter eines früheren Sektenführers und Förderers von Park, soll dank ihrer Beziehungen zu Park zahlreiche Unternehmen genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern. Südkoreas Staatsanwaltschaft will die Ex-Präsidentin in Kürze zu dem Korruptionsskandal verhören.

Park hatte in dem Skandal, der das Land seit Monaten aufwühlte, stets bestritten, in kriminelle Aktivitäten verstrickt zu sein. Das Parlament hatte im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie eingeleitet

Park war Ende 2012 als erste Frau zur Präsidentin Südkoreas gewählt worden. Ihr Vater war der frühere Diktator Park Chung Hee, der das
Land in den 60er und 70er Jahren mit eiserner Faust regiert hatte. 

In den Umfragen zu den Kandidaten für die nächste Präsidentenwahl liegt der linksliberale Oppositionspolitiker Moon Jae In klar vorn.
Er hatte 2012 die Wahl gegen Park verloren. Nach mehr als neun Jahren konservativer Regierung deutet sich damit ein Machtwechsel in der
viertgrößten Volkswirtschaft Asiens an.