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Freihandel nur zu dritt: Kanada stellt sich auf die Seite Mexikos


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Freihandel nur zu dritt: Kanada stellt sich auf die Seite Mexikos

In der Diskussion um die Zukunft des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA hat sich Kanada jetzt auf die Seite Mexikos gestellt. Auf einem Treffen von Wirtschaftsvertretern in Mexiko Stadt sagte Kanadas Handelsminister Francois-Philippe Champagne, NAFTA sei ein Abkommen zwischen den drei Ländern Kanada, USA und Mexiko, und es sollte auch in Zukunft zwischen drei Ländern verhandelt werden.

Gegenüber der neuen US-Regierung, die NAFTA zum eigenen Vorteil aufkündigen oder neuverhandeln will, zeigte Champagne sich dennoch geduldig: “Die Vereinigten Staaten haben den Kongress noch nicht offiziell über das Thema unterrichtet, auch nicht über den Zeitplan über die Neuverhandlungen. Wichtig ist aber: Premierminister Trudeau hat unsere Bereitschaft erklärt, mit am Verhandlungstisch zu sitzen.”

Trotz der Solidaritätsbekundung gegenüber Mexiko also freundliche Worte aus Kanada, man möchte offenbar die Beziehungen zu den USA nicht voreilig ruinieren. Ähnlich vorsichtig äußerte sich Kanadas Finanzminister Bill Morneau auf einer Konferenz im Umfeld des G20-Gipfels in Frankfurt. Er sagte, das Abkommen könne durchaus optimiert werden. Man müsse nur darauf achten, dass das im Sinne der eigenen Wähler geschehe.

Mexiko handelt bereits

Unterdessen sucht Mexiko neue Handelspartner. Das Land will den drohenden Handelszöllen in den USA und dem Verlust von Handelsvolumen durch die neue US-Wirtschaftspolitik etwas entgegensetzen. Vor allem ihre landwirtschaftlichen Produkte wollen die Mexikaner auch weiterhin in großem Stil absetzen: 2016 exportierte Mexiko Erzeugnisse aus der Landwirtschaft und Lebensmittel im Wert von rund 23,5 Milliarden Euro in die USA. Zudem kauft Mexiko im großen Stil Produkte wie gelben Mais aus den USA. Landwirtschaftsminister José Calzada Rovirosa sagte, auch für den Import von Agrarprodukten suche man jetzt nach alternativen Anbietern.

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