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Apartheid-Vorwürfe gegen Israel: Guterres veranlasst Rücktritt


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Apartheid-Vorwürfe gegen Israel: Guterres veranlasst Rücktritt

Im Streit um einen Bericht der Vereinten Nationen, in dem Israel Apartheid-Methoden vorgeworfen werden, hat eine ranghohe UN-Mitarbeiterin ihren Rücktritt eingereicht. Die Jordanierin Rima Khalaf ist Ko-Autorin des umstrittenen Berichts und Exekutivsekretärin des UN-Wirtschafts- und Sozialrates für Westasien (UNESCWA). Ihm gehören 18 arabische Staaten an.

Khalaf erklärte in Beirut, UNO-Generalsekretär Antonio Guterres habe sie am Donnerstag aufgefordert, den Bericht zurückzuziehen:“Es war zu erwarten, dass Israel und seine Verbündeten enormen Druck auf den UN-Generalsekretär ausüben würden, um den Bericht zu stoppen. Und der UN-Generalsekretär hat mir Anweisungen erteilt, wie der Report zurückzuziehen ist.”

Bereits am Mittwoch hatten die USA die Vereinten Nationen aufgefordert, die Veröffentlichung des Israel-Reports zu stoppen. Die UN-Botschafter der USA und Israels äußerten sich zufrieden über Khalafs Rückzug.

Israels UN-Botschafter Danny Danon sprach von einer “lange überfälligen Entfernung” von Rima Khalaf aus den UN

Guterres akzeptierte Khalafs Rücktrittgesuch, bestritt aber nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric, dass die USA ihren Einfluss geltend gemacht hätten:“Hier geht es nicht um Druckausübung. Hier geht es um die Kompetenz des Generalsekretärs, die Organisation effektiv und zielführend zu managen.”

Dujarric ergänzte, Khalaf hätte sich vor der Veröffentlichung des Israel-Berichts mit den verantwortlichen UN-Abteilungen und Guterres absprechen müssen.

Die Internet-Version des Berichts wurde auf der UN-Webseite gelöscht. Darin heißt es unter anderem, das israelische Vorgehen schaffe ein System rassischer Diskriminierung in den besetzten Palästinensergebieten. Die Aufzwingung eines Apartheid-Regimes sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.