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Fernsehdebatte in Frankreich: Die wichtigsten Aussagen der Kandidaten


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Fernsehdebatte in Frankreich: Die wichtigsten Aussagen der Kandidaten

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Die TV-Debatte einen Monat vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich verschaffte dem Fernsehsender TF1 Spitzeneinschaltquoten. 9,8 Millionen Zuschauer verfolgten die Diskussion der fünf aussichtsreichsten Kandidaten. Am überzeugensten präsentierten sich Blitzumfragen zufolge der Linke Jean-Luc Mélenchon und Emmanuel Macron.

Mélénchon protestierte gewohnt wortgewaltig gegen die Feststellung, dass der Wahlkampf von Skandalen überschattet sei. Nur Francois Fillon und Marine Le Pen seien in Affären verstrickt, die anderen drei hätten damit nichts zu tun, so der Linkspolitiker und nahm sich des Themas Migration an:

“Eine Höchstgrenze für illegale Einwanderer? Wie wollen Sie die denn zählen? Sie können zu allem und jedem Quoten einführen, es gibt immer Leute, die diese umgeben. Was sollen wir mit denen machen? Etwa ins Meer schmeißen?”, polterte der Linksaußen.

Macron, einst Wirtschaftsminister der sozialistischen Regierung Francois Hollandes, verkauft sich als Kandidat der Mitte.

Die Rechtsaußenpolitikerin Le Pen fuhr ihn an: “Vor ein paar Jahren gab es noch keine Burkinis am Strand. Mir ist klar, dass Sie dafür sind, Monsieur Macron.”

Macron: “Ich bitte Sie! Ich lege Ihnen auch keine Worte in den Mund und brauche auch keinen Bauchredner. Ich versichere Ihnen: Wenn ich etwas zu sagen habe, dann werde ich das wie immer in aller Klarheit tun.”

Le Pen warf Macron vor, sich nicht eindeutig zu äußern, allem zuzustimmen, aber gleichzeitig für sich in Anspruch zu nehmen, ganz andere Positionen zu vertreten als die übrigen Kandidaten.

“Monsieur Macron, Sie haben wirklich ein unglaubliches Talent”, so Le Pen. “Sie reden sieben Minuten lang, und es ist unmöglich, das zusammenzufassen, denn letztlich haben Sie nichts gesagt. Das ist die große Leere”, so die Front-National-Vorsitzende.



Der konservative Kandidat Francois Fillon kritisierte Le Pen für ihre Anti-Euro-Pläne.

“Tatsächlich ist Madame Le Pen diejenige, die mit dem Ausstieg aus dem Euro und der Wiedereinführung des Franc die Kaufkraft der Franzosen tötet”, sagte Fillon.

Le Pens Retourkutsche kam prompt: “Monsieur Fillon, Sie wollen den Menschen Angst einjagen. Das wurde schon vor der Brexit-Abstimmung und vor der Wahl Trumps zum US-Präsidenten versucht.”

Benoit Hamon, der Präsidentschaftskandidat der Sozialisten, nahm sich Macron und dessen Politbewegung “En Marche” vor:

“Können Sie hier und heute den Franzosen versichern, dass unter den Menschen, die Ihren Wahlkampf finanzieren, keine Leute aus der Pharma-, aus der Öl- und Chemieindustrie oder aus dem Bankwesen sind? Das ist alles, was ich von Ihnen verlange. Können Sie mir das sagen?”

Er sei der einzige Kandidat, der keine öffentlichen Gelder erhalte und sei von niemandem abhängig, entgegnete Macron, der seine Bewegung erst vor rund einem Jahr gegründet hatte.

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