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Militärisch und zivil: Der geteilte Luftverkehr


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Militärisch und zivil: Der geteilte Luftverkehr

Wie lassen sich der militärische und der zivile Luftraum in Europa besser koordinieren, um das Fliegen noch sicherer zu machen? Wir haben auf einer Militärbasis in den Niederlanden nach Antworten gesucht. Das Land verfügt über den dichtesten und komplexesten Luftraum weltweit.

Die Flugsicherung der Königlich Niederländischen Luftstreitkräfte in Nieuw Milligen verfolgt Hunderte militärische und zivile Flüge Tag für Tag. Hier werden außerdem künftige militärische Fluglotsen ausgebildet. Die Zentrale, die ihre Flugdaten mit der zivilen Luftahrt teilt, verfolgt Flüge im Luftraum über Nordwestdeutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Ein voll automatisiertes System vereinfacht die Kommunikation zwischen militärischen und zivilen Fluglotsen

Rob van Harten, Flugsicherung, Königlich Niederländische Luftstreitkräfte: “Das System reduziert den Raum für Missverständnisse. Zivile Fluglotsen können es konsultieren. Alles, was ich korrekt eingebe, sehen auch sie korrekt. Das gilt für Flugpläne, aber auch die Aktivierung und Deaktivierung militärischer Gebiete. Wir können ihnen das rechtzeitig über das System mitteilen. Die Informationen sollten immer übereinstimmen, und wenn nicht, wird schnellstens gefiltert.”

Entwickelt wurde das mit anderen Flugsicherungsdienstleistern geteilte System von den Experten am Maastrichter Upper Area Control Centre. Ein besseres Verständnis zwischen zivilen und militärischen Fluglotsen ist wichtig, um das Fliegen noch sicherer und effizienter zu machen.

Peter Naets, Head of Engineering, Eurocontrol Maastricht: “Unsere Einsätze nennen wir Echtzeit-Operationen. Was Sie auf diesem Bildschirm sehen, geschieht in Echtzeit. Bei der Ausweitung dieses Dienstes auf ein anderes, entfernteres Gebiet, entsteht eine zeitliche Verzögerung, was problematisch sein könnte. Doch Dank modernster Technologien bedeutet das keine Einschränkung mehr.”

Das System wird auch im eintausend Kilometer entfernten Ljubljana in Slowenien genutzt. 2016 wurden im slowenischen Luftraum rund 272 Tausend Flüge kontrolliert.

Die Fluglotsen demonstrieren die Einsatzfähigkeit des Kontrollsystems. Gesteigerte Sicherheit ist nicht das einzige positive Ergebnis.

Žiga Ogrizek, Slovenia Control: “Es kommt zu Einsparungen bei Betriebs- und Personalkosten. Indem wir die Teile des Systems, die bereits in Europa genutzt werde,n optimieren, werden wir die Investitionskosten und die Ausgaben für Wartung und die weitere Entwicklung verringern, was somit zu einer möglichen Reduzierung der Flugpreise für normale Kunden führen könnte.”

Noch in der Demonstrations- und Validierungsphase könnte das System bis 2021 vollständig in Slowenien umgesetzt werden.

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