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"Niemanden zurücklassen": Nachhaltige Innovationen in Japan


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"Niemanden zurücklassen": Nachhaltige Innovationen in Japan

Die Vereinten Nationen haben eine Reihe von Zielen für nachhaltige Entwicklung bis 2030 beschlossen. Um diese zu erreichen setzt Japan auf Erfahrung und Know-how. In dieser Ausgabe von Spotlight präsentieren wir japanische Innovationen im Dienst der Nachhaltigkeit.


Auf der digitalen Baustelle


Angesichts der alternden Bevölkerung und des dadurch bedingten Mangels an Fachkräften im Baugewerbe, setzt die Firma Komatsu auf künstliche Intelligenz, um die Produktivität zu steigern und Frauen dazu zu ermutigen, zur Firma dazuzustoßen. Stichwort: Smart Construction.

Die Arbeit im Bausektor gilt allgemein als schmutzig, anstrengend und gefährlich und stößt bei jungen Menschen auf geringen Zuspruch. Smart Construction basiert auf dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien. Drohnen vermessen mit Laserscannern Baugebiete aus der Luft. So entstehen 3D-Modelle, die allen beteiligten Menschen und Maschinen über den Kontrollraum zur Verfügung gestellt werden. Dies steigert die Effizienz und reduziert die Umweltbelastung.

Chikashi Shike, Smart Construction promotion division, Komatsu: “Smart Construction vereint sämtliche Bauetappen von Anfang bis Ende. Dank der 3D-Daten wird die Leistungsfähigkeit gesteigert. Auch die Einsatzdauer der Maschinen wird optimiert. Dementsprechend werden auch die CO2-Emissionen verringert.”

Komatsu ist darum bemüht, mehr junge Menschen und vor allem Frauen für den Bau zu interessieren. Der japanischen Baubranche fehlen mehr als eine Million Bauarbeiter.

Yuki Ohnuki, Smart Construction promotion division, Komatsu: “Mit diesem System können Frauen im Bausektor aktiv werden, nicht nur in Japan, sondern auf der ganzen Welt.”


Wie man eine Straßenbahn recycelt


Abfälle sind ein großes Problem in Industrie- und Entwicklungsländern. Shuji Yonemura glaubt, dass ausgediente Objekte ein zweites Leben verdienen, zum Beispiel eine alte Straßenbahn.

Das “Remember Project” ist Teil der japanischen “3R”-Recycling-Initiative, die zur Wiederverwertung und Abfallvermeidung anregt. Suhji Yonemura kam auf die Idee, die alte Bahn in nützliche Einzelteile zu zerlegen, für Liebhaber auch eine Art Souvenir. “Spirituelles Recycling” nennt er sein Konzept.

Shuji Yonemura, Projektmanager, “Remember Project”: “Das ist eine Tram, die ihren Dienst hinter sich hat. Dennoch enthält sie viele Dinge, die recycelt und wiederverwendet werden können. Wir wollen einen Kreislauf schaffen, bei dem die Einnahmen aus dem Verkauf der Tram-Produkte in gemeinnützige Aktivitäten oder die Reparatur alter Trams und Züge fließen.”

Shuji Yonemura glaubt; dass seine Idee auch anderswo auf der Welt, beispielsweise in Europa, auf Nachahmer stoßen dürfte.


Nachhaltigkeit durch Wissen und Förderung


Wissen, Fachkenntnisse und der Wunsch, die Welt zu verbessern, sind nötig zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele. Um mehr über Japans Strategie zu erfahren, sprechen wir mit Megumi Ishizuka, stellvertretende Leiterin von Global Cooperation in Japan.

Daleen Hassan, euronews: “Was tut Japan, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen?”

Megumi Ishizuka: “Hier in Japan arbeiten wir zum Beispiel an Projekten zur Förderung von Frauen und Schaffung angemessener Arbeitsbedingungen. International ist Japan ein starker Verfechter des Konzepts der in der UN-Agenda 2030 verankerten menschlichen Sicherheit – niemand wird zurückgelassen. Basierend auf diesem am Menschen orientierten Ansatz können wir eine wichtige Rolle übernehmen und Entwicklungsländern dabei helfen, die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, vor allem in Bereichen, in denen wir kompetent sind wie Katastrophen- und Gesundheitsvorsorge in Afrika.”

Daleen Hassan, euronews: “Natürlich gibt es noch viele Herausforderungen. Glauben Sie, dass die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreicht werden können?”

Megumi Ishizuka: “Ich hege die große Hoffnung. Die wichtigste Aufgabe für die internationale Gemeinschaft besteht darin, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen. Vor allem die Jugend muss geschult und mit einbezogen werden. Denn bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung geht es um die Zukunft, in der sie leben werden.”


Das Recht auf sanitäre Versorgung und Entwicklung


Eine hygienische Toilette gehört laut UN zu einem menschenwürdigen Leben. Dennoch sorgt in vielen Ländern die mangelnde sanitäre Versorgung für soziale und gesundheitliche Probleme. In Afrika südlich der Sahara ist die mangelnde Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ein gravierendes Gesundheitsproblem, Krankheitserreger können sich ungehindert ausbreiten. Das japanische Unternehmen Lixil hat eine einfach und billige Lösung entwickelt, eine Toilette speziell für Gebiete ohne Kanalisation und wenig zur Verfügung stehendem Wasser.

Jim McHale, Vizepräsident der Firma, erklärt das simple Prinzip des Modells. “Die Toilette verfügt über eine simple Klappe. Dieser kleine Becher wird bei der Installation mit Zement gefüllt, so bleibt die Klappe geschlossen.”

Lixil will bis 2020 die sanitäre Versorgung von 100 Millionen Menschen verbessern. Es gibt noch viel zu tun. Weltweit haben 2,4 Milliarden Menschen keine ausreichenden sanitären Einrichtungen

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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