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Business as Usual? - "Man bekommt die Gedanken nicht aus dem Hinterkopf"

Pendler in Westminster reagierten mit gemischten Gefühlen auf die veränderte Sicherheitslage nach dem Doppelanschlag von London.

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Business as Usual? - "Man bekommt die Gedanken nicht aus dem Hinterkopf"

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Wie von Premierministerin Theresa May eindringlich gefordert, übt sich London in der Rückkehr zur Normalität. Fassung und Haltung bewahren, lautete offenbar das Motto vieler Passanten in Westminster.

Seit den islamistischen Anschlägen auf Londoner Nahverkehrsmittel im Sommer 2005 mit über 50 Todesopfern schien eine unmittelbare Terrorgefahr fern. Jetzt teilt London das Schicksal anderer Hauptstädte wie Paris, Brüssel und Berlin, die ebenfalls Ziele von Terroranschlägen wurden.

Pendler, die am Tag nach dem Doppelanschlag aus Londoner Vororten nach Westminster kamen, reagierten an der Waterloo Station mit gemischten Gefühlen auf die veränderte Sicherheitslage:

Morris Carey aus Greenwich sagte:“Man bekommt die Gedanken nicht aus dem Hinterkopf. Es ist schwierig zu beschreiben, wissen Sie, ich arbeite hier…Man fragt sich, wird es wieder passieren? Wir wissen es nicht, aber das Leben muss weitergehen.”

Nina Kosciolek aus Wimbledon hatte Wut im Bauch:“All das macht mich nur entschlossener in meiner Überzeugung. Diese schrecklichen Menschen dürfen nicht davonkommen. Wegen dieser Verrückten sollten wir nicht aufhören, unsere Leben zu leben.”

Überwiegend lautete die Botschaft: Bloß nicht unterkriegen lassen. Der Tatort Westminster-Brücke wurde bereits weniger als 24 Stunden nach dem Anschlag wieder für den Verkehr freigegeben. Nicht nur in Westminster, sondern im ganzen Land wurde die Polizeipräsenz verstärkt. Die Polizei ruft weiterhin zu Wachsamkeit auf.

Bislang gehen die Behörden davon aus, dass der Attentäter alleine handelte und möglicherweise nicht direkt mit den Terroristen der IS-Miliz in Kontakt stand, sondern nur von deren Aufrufen inspiriert war.