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"Die Heimkehr des Odysseus" - Ein Juwel der frühen Barockmusik


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"Die Heimkehr des Odysseus" - Ein Juwel der frühen Barockmusik

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“Il ritorno d’Ulisse in patria – Die Heimkehr des Odysseus”, 1640 von Claudio Monteverdi in Venedig geschrieben, gilt als eine der ersten Opern der Musikgeschichte. Das Pariser Théâtre des Champs Elysées zeigt das Juwel der frühen Barockmusik in einer modernen Inszenierung von Mariame Clément und unter der musikalischen Leitung von Emmanuelle Haïm.

In den Hauptrollen Penelope glänzen Startenor Rolando Villazón und die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená. Sie gilt als eine große Interpretin Monteverdi-Repertoires, musste sich aber erstmal mit der Rolle der Penelope anfreunden.

Magdalena Kožená: “Als ich anfing, mich mit dieser Rolle zu befassen, ich singe sie zum ersten Mal, sagte ich mir zunächst: ‘Hm, das ist ein wenig langweilig. Sie beweint ihren Ehemann, der seit 20 Jahren fort ist. Und als er endlich zurückkehrt, erkennt sie ihn nicht wieder, obwohl alle sagen, er ist es!

Wir haben uns in dieser Produktion darauf geeinigt, dass sie ihn natürlich sofort erkennt. Aber als er anfängt, ihre Verehrer umzubringen, sagt sie sich, er ist es nicht. Das ist nicht der Mann, den sie vor 20 Jahren kannte. Und das macht die Rolle gleich viel interessanter!”

Monteverdi verlangt Theater

Startenor Rolando Villazón singt den Odysseus. Seine Beziehung zur Barockmusik begann vor 12 Jahren. Schon damals war es Monteverdi, auf Anraten der Dirigentin Emmanuelle Haïm. Er erinnert sich an ihre erste Begegnung.

Rolando Villazón: “Zuerst sagte ich: ‘Nein, das ist nicht mein Repertoire.’ Sie erzählte mir von der Poesie dieser Epoche und natürlich vom Komponisten, spielte ein paar Noten auf dem Cembalo. Und nach einer halben Stunde fragte sie: ‘Und?’ Und Ich sagte: ‘Hör zu. Ich war schon nach fünf Minuten bereit, selbst wenn Du mich gebeten hättest, Heavy Metal zu singen!’”

Die Musik von Monteverdi hat es in sich und ist eigentlich genau das Richtige für den temperamentvollen Tenor, dessen Stimme und Vortragsstil an den italienischen und französischen Opernpartien des 19. Jahrhunderts geschult wurde.

Rolando Villazón: “Monteverdi verlangt Theater. Wenn man ihn nur singt, wird es monoton, das ist nicht besonders interessant. Man muss ihn wirklich spielen, mit der Stimme spielen. (singt einen Ausschnitt vor).
Solche Klänge würde man in einem anderen Repertoire nicht benutzen. Wenn die Partitur, wenn die Handlung es verlangt, muss man genau danach suchen.”

Verantwortlich für die Produktion: Zwei Frauen

Verantwortlich für diese Produktion sind zwei Frauen, eher eine Seltenheit im Opernbetrieb. Emmanuelle Haïm dirigiert, Mariame Clément glänzt mit einer raffinierten Inszenierung, die zeitgenössische und antike Elemente, Humor und Drama geschickt verbindet.

Magdalena Kožená wurde zum ersten Mal von zwei Frauen angeleitet und hat die Arbeit mit ihnen sehr genossen.

Magdalena Kožená: “Ich glaube, dass es ein besonderes Verständnis dieser Frau gibt, die ich spiele, die auf ihren Mann wartet und altert. Während der Proben herrschte eine entspannte, konstruktive und freundliche Stimmung, was nicht immer bei Opernproduktionen der Fall ist. Wir haben einige wunderbare Momente erlebt, genau so sollte es sein.”

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