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Gesundheitssystem: Das unterscheidet Trump und Obama


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Gesundheitssystem: Das unterscheidet Trump und Obama

Die Kosten für das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten betragen pro Jahr rund dreieinhalb Billionen Dollar und machen damit etwa 18 Prozent des US-Bruttoinlandsproduktes aus. Weniger als die Hälfte davon wird mit öffentlichen Mitteln finanziert. In den übrigen Mitgliedsländern der “Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung” kommen im Durchschnitt hingegen 72 Prozent aus dem Staatshaushalt.

Durch die von der Regierung Obama umgesetzte Gesundheitsreform erhielten eigenen Angaben nach rund 20 Millionen Menschen erstmals einen Krankenversicherungsschutz. Es wurde eine Versicherungspflicht eingeführt, das Ziel war eine staatliche Gesundheitsvorsorge, die für jeden Bürger erschwinglich sein sollte. Nach einer Schätzung der Regierung sind nach wie vor 28 Millionen US-Amerikaner nicht versichert.

Unter anderem am verpflichtenden Eintritt in eine Krankenversicherung störte sich Obamas Nachfolger im Präsidentenamt, Donald Trump, gewaltig und nannte die Gesundheitsreform seines Vorgängers ein “Desaster”. Eine Versicherungspflicht soll es unter Trump nicht mehr geben, der Republikaner will weniger staatliche Regulierung.



Wie die Mitarbeiter der US-Haushaltsprüfungsbehörde CBO hochrechneten, könnte Trumps Plan dafür sorgen, dass bis nächstes Jahr 14 Millionen Menschen ihre Krankenversicherung verlieren und bis 2026 24 Millionen.

Die neue Regierung setzt auf Zuschüsse durch Steuererleichterungen, die bisherigen Strafzahlungen für Bürger, die sich einem Versicherungsschutz verweigern, sollen gestrichen werden.

Innerhalb von Trumps Partei ist man sich über das Vorhaben uneinig: Erzkonservative Mitglieder etwa kritisieren das geplante Gesundheitssystem als eine lediglich in Einzelheiten geänderte Version der Obama-Reform.