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Oppositionsführer nach Protesten in Minsk wieder frei

Die Freilassung von Statkewitsch und anderer Festgenommener war bei neuen Demonstrationen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk gefordert worden.

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Oppositionsführer nach Protesten in Minsk wieder frei

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Nach den Protesten und Massenfestnahmen in Weißrussland ist der Oppositionsführer Mikalay Statkewitsch wieder auf freien Fuß gekommen. Die Freilassung von Statkewitsch und anderer Festgenommener war bei neuen Demonstrationen in der Hauptstadt Minsk gefordert worden.

Statkewitsch war vor den zentralen Demonstrationen am Samstag unter unklaren Umständen inhaftiert worden. Nach eigenen Angaben kam der 60-Jährige an diesem Montag ohne weitere Erklärungen wieder auf freien Fuß. Zuhause in Minsk empfing Statkewitsch mehrere Journalisten, ohne dabei auf die UMstände seiner Verhaftung einzugehen:

“Die Menschen werden nicht aufhören, sondern jeden Monat oder alle zwei Monate auf die Straße gehen. Die Behörden ersticken Proteste mit der einen Hand. Mit der anderen Hand schaffen sie die Grundlage für neuen Widerstand.”

Nach Einschätzung mehrerer Beobachter steckte der russische Geheimdienst KGB hinter der Festnahme

Sondereinheiten der Sicherheitskräfte gingen am Samstag gewaltsam gegen Demonstranten in Minsk und in anderen weißrussischen Städten vor. Laut Menschenrechtsgruppen wurden Hunderte Menschen festgenommen, nachdem ähnliche Proteste in den Vorwochen noch geduldet worden waren.

Der Widerstand richtet sich gegen soziale Missstände und die Politik des autoritären Staatschefs Alexander Lukaschenko im allgemeinen. Er regiert seit 23 Jahren mit harter Hand. Lukaschenko hatte dem Ausland vorgeworfen, die Demonstrationen zu steuern. Den Teilnehmern der Proteste drohte er bereits im Vorfeld mit einem harten Durchgreifen.

An jedem 25. März feiert die weißrussische Opposition den “Tag der Freiheit”. Am 25. März 1918 wurde zum ersten Mal die Unabhängigkeit des Landes proklamiert.

Für den 1. Mai rief der Oppositionsführer zu neuen Protesten auf