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Russisch-iranische Realpolitik: Meines Feindes Feind


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Russisch-iranische Realpolitik: Meines Feindes Feind

Der iranische Staatspräsident Hassan Ruhani hat einen zweitägigen Staatsbesuch in Russland begonnen. Ruhani trifft am Dienstag seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Zum Auftakt seines Besuch sprach sich Ruhani für verstärkte Investitionen Russlands in die iranische Ölindustrie aus. Es gebe “großes Potential für russische Investitionen im Energiesektor” sagte Ruhani. Er lobte Russland für seine Rolle beim Abschluss des Atomabkommens. Der Iran ist ein großer Kunde für Industriegüter, Rüstung und Kernkrafttechnik aus Russland. Im Syrien-Krieg kämpfen beide Länder auf Seiten von Staatspräsident Baschar al-Assad.



An diesem Verhandlungstisch in Astana wurde die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran in den vergangenen Monaten vertieft. Bei den Friedensverhandlungen für Syrien haben es beide Mächte mit Hilfe der Türkei geschafft, den USA den Rang abzulaufen, während die Vereinten Nationen auf der Stelle traten.

Dank der militärischen Unterstützung der beiden Verbündeten fiel die umkämpfte Stadt Aleppo zurück in die Hände des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Russische Bomben spielten dabei eine entscheidende Rolle. Die Plakate von Assad, Wladimir Putin, Ajatollah Ali Chamenei und Hassan Nasrallah von der libanesischen Hisbollah in den Straßen Aleppos sprechen Bände.

Indem der Iran Russland eine Militärbasis für Angriffe auf Syrien zur Verfügung stellte, hat sich Teheran geschickt positioniert. Das verwundert zunächst, waren der Iran und Russland früher keine traditionellen Verbündeten. Gemeinsame Interessen haben sie in den vergangenen Monaten zusammengeführt.

Einige erinnern an die schiitische Achse Teheran-Bagdad-Damaskus-Beirut. Ein Bündnis, nach dem die islamische Republik strebt und das auch Moskau unterstützt, um die sunnitische Achse zu schwächen. Denn diese ist nach Meinung von Putin eine Brutstelle von Dschihadisten. Gemeinsame Feinde verbinden, das ist iranisch-russische Realpolitik.

Eine Allianz, die argwöhnisch von Israel beobachtet wird. Vor dem geplanten Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in Moskau reiste auch Iraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an. Er wollte Putin vor iranischen Machtansprüchen in der Region warnen, vor allem, wenn es um eine mögliche dauerhafte dauerhafte Präsenz in Syrien geht.

Einige Tage zuvor testete der Iran demonstrativ S-300 Raketen, die Russland im vergangenen Jahr endlich geliefert hatte – zehn Jahre nach der Besiegelung des Vertrags. Eine Lieferung, die Israel verhindern wollte, aus Sorge, dass die Raketen in die Hände der Hisbollah fallen.

Aber nicht nur strategische Interessen sind es, die Moskau und Teheran miteinander verbinden. Beide haben auch gemeinsame wirtschaftliche Ziele.
Auf dem Energiemarkt stehen sie sich zwar als Konkurrenten gegenüber. Ein Sinken des Ölpreises wollen beide deshalb verhindern.

Nach Meinung internationaler Experten spielt der Iran für Putin eine Schlüsselrolle, damit Russland seinen Machtanspruch in Nahost langfristig ausbauen kann.

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