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Schnell in den Knast statt ins Paradies: Möglicherweise Anschlag in Venedig vereitelt


Italien

Schnell in den Knast statt ins Paradies: Möglicherweise Anschlag in Venedig vereitelt

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Die Rialto-Brücke in Venedig ist eine 400 Jahre alte Touristenattraktion. Möglicherweise ist sie nur knapp einem Terroranschlag entgangen.

Die italienische Polizei hat drei Männer festgenommen und einen Minderjährigen in Gewahrsam genommen, die offenbar über einen Anschlag auf die Brücke nachgedacht haben. Die Männer sollen sich mittels Videos des sogenannten Islamischen Staates vorbereitet haben. Unter anderem sollen sie recherchiert haben, wie man ein Messer benutzt und sich im Bombenbau probiert haben. Bei zwölf Hausdurchsuchungen, die meisten im historischen Zentrum von Venedig, wurde mögliches Beweismaterial beschlagnahmt.

Die Verdächtigen stammen aus dem Kosovo, haben aber ihren Wohnsitz in Italien. Ermittler hatten sie bereits streng überwacht. Es sei nötig, eine Bombe auf der Rialto-Brücke zu platzieren, soll nach Angaben der Strafverfolger einer der Verdächtigen postuliert haben: “In Venedig kommst du schnell ins Paradies, weil dort so viele Ungläubige sind.”

Mietvertrag bis Juli

“Als einer der Kosovaren aus Syrien zurückkam, waren wir alarmiert”, so Staatsanwalt Adelchi D`Ippolito. “Wir haben Kontakte überprüft und die Bewegungen im Internet verfolgt.” Wie konkret die Anschlagspläne wirklich waren, ist nicht bekannt. Die Wohnung nach Angaben der Ermittler ein Treffpunkt und Gebetshaus für die Männer, die der IS-Ideologie zugewandt sein sollen. Der Hausmeister berichtete, der Mietvertrag laufe nur noch bis Juli. Ob die Bombe noch davor hätte gezündet werden sollen?

Jedenfalls waren die Männer offenbar durch den Anschlag von London in der vergangenen Woche zusätzlich motiviert worden. Das mag einer der Gründe sein, warum der Zugriff genau jetzt passierte, obwohl gegen die Verdächtigen schon seit vergangenem Jahr ermittelt wurde. Für Italien ist es der erste größere Terrorverdacht in den letzten Jahren. Bisher war das Land von islamistischen Gruppierungen weitgehend unbehelligt geblieben.

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