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Tillersons Antrittsbesuch in Ankara: "Wir hatten gute Diskussionen"


Türkei

Tillersons Antrittsbesuch in Ankara: "Wir hatten gute Diskussionen"

US-Außenminister Rex Tillerson hat in Ankara den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und andere Spitzenpolitiker getroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Entwicklung im Bürgerkriegsland Syrien, der Kampf gegen die Miliz Islamischer Staat und der von Ankara des Terrorismus beschuldigte türkische Prediger Fethullah Gülen, der in den USA lebt.

Konfliktstoff birgt die Tatsache, dass die USA in Syrien kurdische Milizen unterstützen, die von der Türkei als Terrororganisationen eingestuft werden. Auf eine konkrete Nachfrage zu dem Thema ging Tillerson nicht näher ein:

“Wir haben heute sehr gute Diskussionen und Gespräche geführt. Sowohl auf der Ministerebene als auch mit dem Präsidenten haben wir die besten Möglichkeiten zur Sicherung von Gebieten in Syrien besprochen. Wir sondieren viele Optionen und Alternativen. Wir hatten gute Diskussionen darüber. Für beide Seiten gibt es noch zusätzlichen Raum für Überlegungen.”

Die Türkei will die USA für einen gemeinsamen Militäreinsatz gewinnen, um die nordsyrische IS-Hochburg Rakka aus den Händen der Dschihadisten zu befreien. Dies wäre allerdings nicht im Verbund mit den kurdischen Milizen machbar. Laut Tillerson kam zunächst keine Einigung über ein gemeinsames militärisches Vorgehen zur Eroberung von Rakka zustande.

Der von Ankara geforderten Auslieferung des muslimischen Geistlichen Gülen scheinen die USA weiterhin ablehnend gegenüber zu stehen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu forderte Washington erneut zum Handeln auf:

“Im Fall Gülen erwarten wir konkrete Schritte. Die US-Regierung sollte wenigstens einige Maßnahmen ergreifen und unseren Wunsch nach einer vorübergehenden Inhaftierung erfüllen.”

Zu Gülen gab Tillerson keine öffentliche Stellungnahme ab. Die Regierung in Ankara wirft dem islamischen Prediger vor, Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs vom Juli vergangenen Jahres zu sein. Deutsche Sicherheitsbehörden und auch andere westliche Staaten sehen dafür bisher keine ausreichenden Belege.

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