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Aufschrei in Dänemark: Ministerin fordert Bürger auf, "Illegale in der Pizzeria" zu melden


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Aufschrei in Dänemark: Ministerin fordert Bürger auf, "Illegale in der Pizzeria" zu melden

In Dänemark und auch anderswo wird die Aufforderung der dänischen Integrationsministerin Inger Stojberg (44) kontrovers diskutiert, “illegal in Pizzerien Beschäftigte” den Behörden zu melden. Die Ministerin äußerte sich vor einer Sendung über illegale Einwanderer im dänischen Fernsehen.

“Wir sollten es nicht akzeptieren, dass Menschen illegal in Dänemark leben. Ich möchte gewöhnliche Dänen dazu auffordern, dass sie die Behörden kontaktieren, wenn sie in ihrer Pizzeria sind und seltsam finden, wenn dort viele herumlaufen, die gar kein Dänisch sprechen. Es ist Utopie zu glauben, dass die Polizei alle Hinterzimmer in Dänemark kontrollieren kann”, sagte die Politikerin der konservativen Partei Venstre.

Nach Recherchen des dänischen Senders TV2 Denmark ist die Zahl der Personen, die der illegalen Einwanderung beschuldigt werden, 2016 deutlich gestiegen – von 877 auf 1,348.

Die Opposition kritisierte Støjbergs Aussagen schon am Donnerstag scharf. Es sei keine Lösung, die Bürger Detektive spielen zu lassen, sagte ein Sprecher der Sozialdemokraten. Eine Sprecherin von Venstres Regierungspartner “Liberal Alliance” (LA) sagte, sie sei keine Anhängerin einer «Denunzianten-Gesellschaft».

Die Integrationsministerin Inger Stojberg ist für ihre strikte Einwanderungspolitik bekannt. Vor zwei Wochen hatte sie die 50. Verschärfung des Ausländerrechts in ihrem Land freudig mit einer Torte gefeiert und Landsleute damit verärgert.

Auf Twitter wurde der Hashtag “report-a-pizzeria” viral.

“Vanløse Pizzaria makes good pizzas, but their French fries are the best.”

“Pizza Nordic on Gothersgade/Nørre Farimagsgade makes the best bacon/potato-pizza. Try it, Inger”

Stojberg hatte sich auch dafür ausgesprochen, dass Asylbewerber in Flüchtlingsunterkünften bleiben sollten. Bereits Anfang des Jahres 2016 waren die Asylgesetze in Dänemark verschärft worden. Seitdem wird auch Bargeld von Migranten und Flüchtlingen beschlagnahmt.

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