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Streit um "Inside Islam" zu Moscheen in Deutschland

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Streit um "Inside Islam" zu Moscheen in Deutschland

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In der deutschen Presse und in den sozialen Netzwerken ist ein Streit über das Buch des ARD-Journalisten Constantin Schreiber entbrannt. Viele Kritiker werfen dem Reporter vor, dass ihm bei seinen Recherchen einige Fehler unterlaufen sind, aber vor allem geht es um die Art und Weise, wie in dem Buch und in den begleitenden Berichten über den Islam in Deutschland berichtet wird. Schon der Text des Ullstein-Verlags, mit dem das Buch beworben wird, stellt zwar vor allem Fragen, wirft aber auch Fragen auf. Da steht:
“Millionen Muslime leben unter uns, doch wir wissen fast nichts über sie. Wie viele Muslime gibt es eigentlich in Deutschland und wie und wo gehen sie ihrem Glauben nach? Constantin Schreiber hat sich dafür auf die Suche gemacht und liefert den ersten deutschen Moschee-Report: Wo gibt es überall Moscheen und was predigen Imame beim Freitagsgebet? Wie wird über Deutschland gesprochen, wenn keine Kamera dabei ist und man sich unbeobachtet fühlt? Schreiber recherchiert in einer für viele unverständlichen Realität, die unsere Gesellschaft prägt wie nie zuvor.”

Zu dem Buch hat Schreiber eine Reportage gedreht, deren erster Teil bereits auf tagesschau24 ausgestrahlt wurde. Doch ein Video über eine Moschee in Berlin-Neukölln, das in der ARD-Mediathek schon zugänglich war, ist nach einer Klage dieser Moschee wieder aus dem Internet entfernt worden.

2016 hatte der 37-jährige Constantin Schreiber für seine n-tv-Sendung “Marhaba – Ankommen in Deutschland” den Grimme-Preis bekommen. Auf seiner Twitter-Seite sieht sich Constantin Schreiber als “Brückenbauer mit kritischem Blick”, doch genau das Brückenbauen bezweifeln viele inzwischen. Die taz wirft Schreiber vor, dass er so tue, als seien Moscheen eine Geheimwelt, und nennt den ARD-Reporter Gesicht der Misstrauenskultur. Auch der Berliner Tagesspiegel schreibt von einem fatalen Generalverdacht.

Auf der Pressekonferenz, auf der Schreiber sein Buch “Inside Islam” vorgestellt hat, herrschte reges Interesse. Die Berliner Zeitung schreibt danach, es zeige die problematische Seite des Islam.
Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärt Constantin Schreiber, dass in den Predigten, die er gehört und übersetzt habe, immer das Trennende im Vordergrund stand.


Auf Twitter gesteht Schreiber inzwischen auch Fehler ein.



Der Politikwissenschaftler Hamed Adel Samad hat seine Kritik auf Facebook veröffentlicht.