Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Brexit-Streit um Gibraltar: EU-Verhandlungsführer Barnier ruft London zu Besonnenheit auf


Großbritannien

Brexit-Streit um Gibraltar: EU-Verhandlungsführer Barnier ruft London zu Besonnenheit auf

“Keep calm and negotiate” (“ruhig bleiben und verhandeln”), war die Botschaft, die der EU-Verhandlungsführer für den Brexit, Michel Barnier, in der strittigen Gibraltar-Frage in Richtung Großbritannien ausgegeben hat. Der Franzose war zur Vorbereitung der Austrittsverhandlungen nach Luxemburg gereist. Die Gespräche könnten Ende Mai beginnen, so Barnier. Zum Thema Gibraltar gebe es bisher nichts Neues. Barnier: “Von juristischer Seite aus, wird Gibraltar die EU gleichzeitig mit dem Vereinigten Königreich verlassen. Das ist alles, was ich sagen kann.”

Für Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo ist der wiederaufgeflammte britisch-spanische Streit um die britische Enklave in Südspanien kein Thema: “Gibraltar ist keine Verhandlungsmasse. Gibraltar gehört seinen Bewohnerinnen und Bewohnern und wir wollen britisch bleiben und das wird sich auch nicht ändern. Niemand wird uns unsere Seele und die britische Souveränität nehmen.”

Die Regierung Gibraltars beschuldigte die spanische Marine, ohne Erlaubnis mit einem Schiff in das britische Hoheitsgebiet um den Felsen vorgedrungen zu sein. Der Konflikt war nach der Veröffentlichung eines Entwurfs für die EU-Verhandlungsleitlinien zum Brexit wieder ausgebrochen. Darin wurde vorgeschlagen, dass Spanien ein Vetorecht für künftige Entscheidungen zu Gibraltar erhalten soll.

Das britische Gibraltar an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ist seit mehr als drei Jahrhunderten ein Zankapfel zwischen London und Madrid.Das Gebiet ist nur halb so groß wie die ostfriesische Insel Baltrum. Im einst strategisch bedeutenden “Klein-Britannien” am Eingang des Mittelmeeres leben etwa 32 000 Menschen, vor allem vom Tourismus auf dem “Affenfelsen”.