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Auf dem Weg zum gemeinsamen weltweiten Luftraum


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Auf dem Weg zum gemeinsamen weltweiten Luftraum

Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Europa und anderen Teilen der Welt ausbauen, um den Flugbetrieb sicherer zu machen und die Kontrollen effizienter? Beispiel Marokko.

Am Casablanca International Airport in Marokko gibt es täglich 150 bis 200 Flüge von und nach Europa. Es ist der wichtigste von 19 internationalen Flughäfen Marokkos. Im vergangenen Jahr wurden hier gut acht Millionen Passagiere abgefertigt. Viele von ihnen kamen aus Europa oder flogen dorthin.

Das Königreich Marokko war 2016 das viertwichtigste Ausgangs- und Zielland für Flüge aus oder nach Europa – hinter den USA, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es war auch der erste nicht-europäische Staat, der vollständig in die Arbeit von Eurocontrol miteinbezogen wurde, der europäischen Luftsicherungsbehörde.

Zouhair Mohammed El Aoufir, Chef der marokkoanischen Luftfahrtbehörde: “Der Luftverkehr zwischen Europa und Marokko ist von großer Bedeutung. Unser Luftraum wird außerdem für Flüge von Europa zu den Kanarischen Inseln, nach Lateinamerika und Subsahara-Afrika genutzt. So ist unsere Rolle, eine Brücke zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent zu sein, über unseren nationalen Luftraum, aber auch Kontinuität zu bieten zwischen Europa und dem Rest der Welt mit denselben Normen, demselben Sicherheitsniveau und demselben flüssigen Verkehr.”



Experten von Eurocontrol kommen oft in das Kontrollzentrum in Casablanca, das täglich im Schnitt rund 1.000 Flüge überwacht, um sich mit den marokkanischen Kollegen über Arbeitsabläufe und Datenausstausch abzustimmen.

Eurocontrol-Network-Manager Joe Sultana: “Bei einer größeren Störung im europäischen Luftverkehr müssen wir wissen, wer nach Europa hineinfliegen will, und uns mit den angrenzenden Staaten abstimmen, damit dort Flüge verschoben werden oder ein bestimmter Flughafen nicht angeflogen wird. Wir benachrichtigen die Fluggesellschaften, wenn sie auf andere Flughäfen ausweichen müssen. All diese Informationen werden von den Fluggesellschaften und den Luftkontrollbehörden benötigt.”



Die internationale Zusammenarbeit wird künftig noch mehr von Nöten sein: Prognosen zufolge werden in den kommenden Jahrzehnten nur noch gut elf Prozent der europäischen Flüge innerhalb des Kontinents bleiben. Henrik Hololei Generaldirektor für Mobilität und Verkehr bei der EU-Kommission: “Indem wir dieses Konzept weiterentwickeln und den schon jetzt verstopften Luftraum besser nutzen, machen wir uns für die Zukunft bereit. Ohne maßgebliche Änderungen werden 2025 vielleicht über eine Million Flüge pro Jahr wegen Überfüllung des Luftraums nicht stattfinden können. Das Konzept ist also etwas, von dem alle profitieren werden. Und die Initiative des Einheitlichen Europäischen Luftraums steht dabei im Mittelpunkt.”

Die Fragmentierung der Flugsicherung in Europa zu überwinden, war der erste Schritt, die Koordination mit dem Rest der Welt ist der nächste.

Unterstützt von Eurocontrol

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