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Syrien: Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Giftgas-Austritt mit vielen Toten

Nach dem Giftgas-Vorfall in Syrien ist die Frage nach den Hintergründen offen. Russland sieht die Verantwortung bei den Rebellen, EU und USA machen die syrische Regierung verantwortlich.

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Syrien: Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Giftgas-Austritt mit vielen Toten

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Bewusster Einsatz oder Unfall? Die Frage, wie es zu dem tödlichen Austritt von Giftgas in der syrischen Stadt Chan Scheichun kam, ist offen.

EU und USA machen die syrische Regierung verantwortlich, Russland hingegen sieht die Verantwortung auf seiten der Rebellen.

Diese hätten Giftgas-Waffen deponiert. Das Gas sei ausgetreten, als das Lager der Rebellen bombardiert worden sei.

Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, sagte: “Die syrische Luftwaffe griff ein großes Munitionslager und militärisches Gerät in einem östlichen Vorort von Chan Scheichun an. Auf dem Gelände gab es Werkstätten, in denen Waffen mit Giftgas herstellten wurden. Die Terroristen transportierten die chemischen Waffen aus diesem großen Arsenal dann in den Irak.”

Ein Kommandeur der Rebellengruppe “Free Idlib Army” wies die Anschuldigungen aus Moskau zurück. In der getroffenen Gegend gebe es keine militärischen Stellungen von Rebellen, so Hassan Hadsch Ali gegenüber Reuters. Jeder hätte das Flugzeug sehen können, das die chemischen Waffen eingesetzt habe, sagte er weiter.

Mindestens 72 Menschen kamen durch das Giftgas ums Leben, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Einige Überlebende wurden zur Behandlung in die Türkei gebracht. Aus der türkischen Regierung hieß es, alles deute auf einen Angriff mit chemischen Waffen hin.

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