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ETA: 50 Jahre bewaffneter Kampf

In den vergangenen 50 Jahren tötete die Untergrundorganisation mehr als 800 Menschen. Dutzende Entführungen gehen auf ihr Konto.

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ETA: 50 Jahre bewaffneter Kampf

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Mit einer überwältigenden Mehrheit von 65 Stimmen nahm das baskische Parlament vor wenigen Tagen eine Resolution über die Entwaffung der ETA an. Die Volkskammer verlangt von der Untergrundorganisation, alle Waffen schnellstmöglichst und endgültig niederzulegen. Das geht den neun Abgeordneten des konservativen Partido Popular nicht weit genug. Sie haben gegen die Resolution gestimmt.

Alfonso Alonso vom baskischen Partido Popular erklärt, “ich hätte es lieber gesehen, wenn das Parlament die Auflösung der ETA verlangt und sie ein für alle Mal aus unserem Leben streicht. Sie sollten anerkennen, welches Leid sie zu verantworten haben, sie sollten um Verzeihung bitten und mit den Behörden zusammenarbeiten, um ungelöste Verbrechen aufzuklären.”

Die Organisation “Euskadi Ta Askatasuna” (Baskenland und Freiheit), entstand 1959 im Kampf gegen Diktator Franco. In den vergangenen 50 Jahren tötete die bewaffnete Untergrundorganisation mehr als 800 Menschen. Dutzende Entführungen gehen auf ihr Konto. Durch Erpressungen zahlreicher Unternehmer finanzierte sie sich.

Im Juni 1997 führte die Ermordung von Miguel Ángel Blanco, einem jungen Gemeinderatsmitglied, zu Massendemonstrationen gegen die Separatistenbewegung.

Im März 2006 verkündet die ETA eine dauerhafte Waffenruhe. Doch das Attentat am Flughafen von Madrid mit zwei Toten Ende Dezember führt zum Ende der Friedensgespräche mit der Regierung von José Luis Zapatero. Der sagte, “ich erkläre alle Initiativen für eine Fortsetzung des Dialogs als beendet. Von Anfang an gab ich zu verstehen, dass es sich um einen langen und schwierigen Prozess handelt, was uns bewusst war. Der Tag heute war sehr hart.”

Etwa sechs Jahre später erklärt die ETA den bedingungslosen, endgültigen Stopp ihrer bewaffneten Handlungen. Sie ruft Paris und Madrid zum direkten Dialog auf, um die restliche Entwaffnung im Gegenzug für eine kollektive Amnestie der Gefangenen in die Wege zu leiten.

Bis heute arbeitet die spanische Justiz an der Aufklärung von mehr als 200 ETA-Attentaten. Entscheidende Hinweise erhofft sie sich von den Entwaffnungsaktionen im französischen Baskenland.