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Spanien: Regierung reagiert skeptisch auf ETA-Entwaffnungspläne


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Spanien: Regierung reagiert skeptisch auf ETA-Entwaffnungspläne

In Spanien hat die Madrider Zentralregierung kritisch auf die Entwaffnungsankündigung der baskischen Untergrundorganisation ETA reagiert. Die separatistische Organisation habe im Gegenzug für die Waffenübergabe nichts zu erwarten, so ein Regierungssprecher. Die Aktion sei ein “substanzloses Propagandafeuerwerk”, hieß es laut spanischen Medien aus Regierungskreisen.

Unter der Bevölkerung im baskischen Bilbao sind die Reaktionen gemischt: “Ich bin für die Entwaffnung”, so ein älterer Mann. “Ich sympathisiere nicht mit der ETA, aber mit einigen der politischen Ideen. Es ist Zeit zu erkennen, dass die Menschen hier Frieden verdienen.”

Eine junge Frau sagte: “Es wurde Zeit. Nach dem sie so viele Jahre unter dem Terrorismus gelitten hat, ist die baskische Gesellschaft zufrieden. Ich bin sehr froh, dass es einige Einigung gibt und ich hoffe, dass alles gut abläuft.”

Das baskische Parlament verabschiedete am Donnerstag einen Antrag, der die ETA dazu auffordert, definitiv und so schnell wie möglich alle Waffen abzugeben. Die Übergabe soll am Samstag im französischen Bayonne stattfinden.

Die Separatistenorganisation führte in Spanien jahrzehntelang einen blutigen Kampf für ein unabhängiges Baskenland. Sie tötete mehr als 800 Menschen. Sie nutzte dabei zeitweise Rückzugsgebiete in Frankreich. 2011 verkündete die ETA ihren Gewaltverzicht und verübte seither keine Anschläge mehr. Sie gab jedoch weder ihre Waffen ab noch löste sie ihre Strukturen im Untergrund auf.

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