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"Trump will Bruch mit Außenpolitik seines Vorgängers vollziehen"


Syrien

"Trump will Bruch mit Außenpolitik seines Vorgängers vollziehen"

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Sophie Desjardin, euronews:
“Hasni Abidi, Sie sind Direktor des Forschungszentrums für die arabische Welt und das Mittelmeer in Genf, kurz: Sie sind ein Experte der arabischen Welt. Bedeuten die US-Luftschläge die Wende in einem Krieg, der seit sechs Jahren andauert?”

Hasni Abidi, Forschungszentrum für die arabische Welt und das Mittelmeer:
“Zum ersten Mal erfolgte ein Luftangriff gegen militärische Einrichtungen in Syrien russischen und iranischen Warnungen zum Trotz. Deshalb können wir hier wirklich von einem Wendepunkt in der US-Politik angesichts der Syrienkrise sprechen.”

Desjardin:
“Es gibt wenig Chancen, dass diese Luftschläge die Position der syrischen Regierung verschlechtern. Es sei denn, die USA wollen sich auf langwierige militärische Operationen einlassen. Welches Ziel verfolgt der Eingriff also Ihrer Meinung nach?”

Abidi:
“Präsident Trump verfolgt mehrere Ziele. Indem er eine wichtige Militäreinrichtung angreift, spricht er gewissermaßen eine Warnung aus. Er bestraft das syrische Regime, welches seinen Zusagen nicht nachkommt, wenn es um den Gebrauch von Chemiewaffen geht. Außerdem will er zeigen, dass er sich im Umgang mit Russland eine gewisse Autonomie bewahrt.
Das zweite Ziel ist, dass der US-Präsident einen Bruch mit der Außenpolitik seines Vorgängers Präsident Obama vollziehen will.
Kann dieser Militärschlag das Kräftverhältnis ändern? Derzeit ist das nicht der Fall, denn es handelt sich hier um eine Operation von begrenzter Dauer und begrenztem Umfang. Eine Flugbasis anzugreifen ist nicht ausreichend, um die militärischen Kapazitäten der syrischen Regierung und seiner Unterstützer zu schwächen, die im Krieg sehr präsent sind. Diese sind im Begriff, den Sieg gegen die Aufständischen davonzutragen. Wenn der Luftschlag nicht von anderen militärischen Angriffen begleitet wird, wenn er nicht von der internationalen Gemeinschaft unterstützt wird, wird er folgenlos bleiben. Selbst, wenn es um die Friedensgespräche von Genf und Astana geht. Zwar kann Trump mit seinem Vorgehen möglicherweise innenpolitisch punkten, aber nicht, wenn es um den weiteren Verlauf des Kriegs in Syrien geht.”

Desjardin:
“Russland und der Iran haben geschlossen auf den Angriff reagiert, doch in der arabischen Welt herrscht Schweigen. Wie erklären Sie sich das?”

Abidi:
“Das Schweigen in den arabischen Hauptstädten erstaunt uns kaum. Zuerst warten sie meistens ab. Ihre Reaktion erfolgt meistens ganz zum Schluss, aber wir wissen auch, dass Saudiarabien, ein Schwergewicht der arbischen Welt, den Angriff begrüßt. Al-Sissi in Ägypten hat sich bisher nicht geäußert, obwohl wir wissen, dass er Beziehungen zur syrischen Regierung hat. Die arabische Welt scheint geteilter Meinung zu sein, wenn es um das Vorgehen in der Syrienkrise geht. Die Golfstaaten wollen, dass Baschar al-Assad seinen Posten räumt. Das ist jedoch nicht der Fall für die gesamte Liga der arabischen Staaten.”

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