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Türkisches Referendum: Belgische Auslandstürken tief gespalten


Redaktion Brüssel

Türkisches Referendum: Belgische Auslandstürken tief gespalten

Das anstehende Verfassungsreferendum in der Türkei über mehr Macht für den Präsidenten spaltet auch die türkische Gemeinde in Belgiens Hauptstadt Brüssel. Nach dem fehlgeschlagenen Putsch im vergangenen Sommer scheinen die Gräben tiefer den je. Wir treffen Anhänger der Gülen-Bewegung. Sie wird von der türkischen Regierung für den Putsch verantwortlich gemacht. Der Unternehmer musste sein Geschäft in Brüssel nach wiederholten Drohungen schließen.

„Mehrere Leute haben uns im Laden angegriffen. Wir hatten Angst, nachdem es bereits Vandalismus gab. Am Ende gab es einen Kaufboykott gegen uns“, sagt der Mann, der zu seinem eigenen Schutz unerkannt bleiben will.

Seit dem Putschversuch hat die belgische Polizei etwa 80 Anzeigen von Belgiern mit türkischen Wurzeln registriert. Die Spanne reicht dabei von Vandalismus über tätliche Angriffe bis hin zu Todesdrohungen. “Was wir sehen ist ein enormer Druck in der Türkei, der auf Gegner der Verfassungsänderung ausgeübt wird”, sagt Kader Sevinç von der Oppositionspartei CHP. “Diesen Druck spüren die Exiltürken hier auch.”

Vertreter der Regierungspartei AKP bei der EU bestreiten das. Das Referendum sei ein freier und demokratischer Entscheidungsprozess. “Die Türkei hält sich an die europäischen Werte”, so Ruhi Açıkgöz von der AKP. “Mit der geplanten Reform wollen wir chaotische Verhältnisse zu verhindern, wie sie manchmal auftreten, wenn ein Präsident und ein Premierminister nebeneinander regieren. Die Menschen können frei entscheiden, welches System sie haben wollen.”

120.000 Türken in Belgien waren wahlberechtigt. Die Abstimmung endete für sie am vergangenen Wochenende. Es ist von einer großen Wahlbeteiligung die Rede. In der Vergangenheit haben die meisten Türken in Belgien die Regierungspartei AKP unterstützt. Die Opposition macht sich deshalb wenig Hoffnungen.

Die Abstimmung in der Türkei ist am 16. April. Ob sich die Spaltung der Exiltürken danach wieder überwinden lässt, ist völlig offen.

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