Eilmeldung

Dutzende Verletzte und Verhaftungen bei Straßenschlachten in Caracas

Bei erneut heftigem Tränengaseinsatz der Polizei wurden am Montag 57 Menschen verletzt, 18 wurden festgenommen.

Sie lesen gerade:

Dutzende Verletzte und Verhaftungen bei Straßenschlachten in Caracas

Schriftgrösse Aa Aa

In Venezuelas Hauptstadt Caracas kam es am Montag erneut zu heftigen Straßenschlachten zwischen Regierungsgegnern und der Polizei.

Die andauernde Protestwelle richtet sich gegen die sozialistische Regierung, die im Machtkampf mit dem von der Opposition dominierten Parlament einen harten Kurs fährt. Zuletzt hatte der regierungsnahe Oberste Gerichtshof die Nationalversammlung entmachtet, wenig später diese Entscheidung aber wieder zurückgenommen. Dem einflussreichen Oppositionsführer Henrique Capriles wurde für 15 Jahre das passive Wahlrecht entzogen.

Beim Treffen der linken Regierungen Lateinamerikas in Kuba, sprach der zunehmend unter Druck stehende venezolanische Präsidenten Nicolás Maduro von einem Staatsstreich, den man niederschlagen werde. Verantwortlich dafür sei die oligarchische Rechte im Dienst der USA.

Inmitten einer schweren politischen Krise in Venezuela versicherten die linken Regierungen der Region dem Präsidenten Nicolás Maduro ihren Rückhalt. “Wir weisen die Aggressionen und Manipulationen gegen Venezuela sowie die Lügen gegen seine Souveränität, Unabhängigkeit und Stabilität zurück”, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister der Bolivarischen Allianz für Amerika (Alba).

Die “Mutter aller Demonstrationen”

Angesichts des heftigen Protests gegen die sozialistische Regierung mahnte einer der neuen Hoffnungsträger der Opposition, der Vizepräsident des venezolanischen Parlaments, Freddy Guevara (31), vor einer Gewalteskalation. “Wenn wir den Weg der Gewalt einschlagen, verlieren wir”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Für den 19. April kündigte er die “Mutter aller Demonstrationen” an. Von einer Grauzone zwischen Diktatur und Resten einer Demokratie bewege sich Präsident Nicolás Maduro gerade in Richtung der “schwarzen Zone”, meinte Guevara.

Bei erneut heftigem Tränengaseinsatz der Polizei wurden am Montag 57 Menschen verletzt, 18 wurden festgenommen.

2018 müssen die seit 1999 regierenden Sozialisten mit einer verheerenden Niederlage rechnen. Das ölreichste Land der Welt steht vor dem Bankrott. Lebensmittel und Medikamente sind knapp. Zudem leiden die Menschen unter der hohen Inflation.