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Frankreich 12 Tage vor der Wahl: Neue Beschimpfungen, neue Hologramme


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Frankreich 12 Tage vor der Wahl: Neue Beschimpfungen, neue Hologramme

Hot Topic Mehr zu Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017

Die Präsidentschaftswahl in Frankreich ist so unsicher wie nie zuvor. Nachdem am Montag die Internetseite “Mediapart” berichtet hatte, dass Penelope Fillon schon seit 1982 als parlamentarische Assistentin für ihren Mann gearbeitet haben soll – und nicht erst seit 1986, wie zuvor bekannt – hat der Konservative wie gewohnt wütend reagiert. Er weist die Vorwürfe einer Scheinbeschäftigung zurück und dreht den Spiess um.

“François Balkany” und “Emmnanuel Hollande”

Nachdem Emmanuel Macron von der Bewegung EN MARCHE den konservativen Kandidaten als “François Balkany” bezeichnet hatte, meinte Fillon, Macron habe sein ruhig Blut verloren. Macron vertrage keine Kritik, sagte Fillon. Patrick Balkany ist ein Nicolas Sarkozy nahestehender konservativer Politiker, der wegen Korruption und illegaler Parteienfinanzierung verurteilt wurde. Tatsächlich hatte Fillon Macron zuvor in Anspielung auf den aktuellen Präsidenten “Emmanuel Hollande” genannt.

“Politisches Marketing”

Zudem warf François Fillon Emmanuel Macron “politisches Marketing” vor, die Franzosen hätten es satt, dass ihnen Marketingprodukte angeboten würden, die ihre Versprechen nicht hielten”. Macron vertrete mal ein wenig linke und mal ein wenig rechte Positionen, sagte Fillon.

Tatsächlich hält Emmanuel Macron die politischen Linien von rechts und links für überholt. Doch Experten sind nicht sicher, ob die sehr guten Umfrageergebnisse des EN-MARCHE-Kandidaten zuverlässig sind, da Macrons Bewegung keine traditionelle Partei ist. Anders als die Anhänger von Marine Le Pen und François Fillon gelten viele Macron-Sympathisanten als unsichere Wähler, die ihre Meinung noch ändern können.

Le Pen wegen Holocaust-Bemerkung in der Kritik

Nicht nur aus Israel gibt es unterdessen heftige Kritik an Marine Le Pen. Die rechtsextreme Kandidatin hatte erklärt, Frankreich sei nicht für die Razzia im Wintervelodrom in Paris (“rafle du vel d’hiv”) von 1942 verantwortlich. Vor 22 Jahren hatte der damalige Präsident Jacques Chirac in einer historischen Rede die Verantwortung seines Landes für diese Razzia übernommen. Die Beteiligung der Vichy-Regierung und Frankreichs an der Deportation tausender Juden in deutsche Nazi-Vernichtungslager war jahrzehntelang ein Tabuthema.

Schon in der letzten TV-Debatte und vor ihrer vielkritisierten Aussage zu den Razzien hatte Macron Le Pen vorgeworfen, sie vertrete die 40 Jahre alten Lügen ihres Vaters. Jean-Marie Le Pen war mehrmals wegen Leugnung des Holocaust verurteilt worden.

Hologramm-Auftritt in sieben Städten

Der extrem linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon, der in den vergangenen Wochen in den Umfragen stark aufgeholt hatte, plant jetzt einen Auftritt per Hologramm in sieben Städten gleichzeitig. Die linke Zeitung “Libération” erklärt den Austieg des Linken mit den Worten “La France de plus en plus insoumise” (“Das immer weniger unterworfene Frankreich”), denn Mélenchons Partei nennt sich “La France insoumise” (in etwa “Das nicht unterworfene Frankreich”). Obwohl er selbst mit seinen 65 Jahren zu den älteren Kandidaten zählt, gelingt es Jean-Luc Mélenchon mit seinem Anti-Establishment-Kurs viele junge Wähler zu begeistern.
Auf Facebook hat Mélonchon derzeit 885.000 Follower. Zum Vergleich: Emmanuel Macron hat 270.000, Marine Le Pen 1,2 Millionen.

Nachdem er schon im Februar als Hologramm aufgetreten war, will Mélenchon dieses Experiment wiederholen und am 18. April in 7 Städten virtuell erscheinen.

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