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2 von 3 für Erdogan: So haben die Türken in Deutschland abgestimmt


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2 von 3 für Erdogan: So haben die Türken in Deutschland abgestimmt

Die wahlberechtigten Türken in Deutschland haben fast mit Zweidrittelmehrheit für die Einführung des Präsidialsystems gestimmt. Das hat die Auszählung der Stimmen nach dem gestrigen Verfassungsreferendum ergeben, wonach 63,1 Prozent dafür stimmten. Damit liegt die Zustimmung höher als in der Türkei, wo nach dem vorläufigen Ergebnis der Wahlkommission nur 51,3 Prozent der Wähler für die Einführung des Präsidalsystems stimmten.

Niedrige Wahlbeteiligung beim Referendum, aber höher als bei der Parlamentswahl



In Deutschland sind 1,41 Millionen Türken wahlberechtigt. Das ist ungefähr die Hälfte der im Ausland lebenden Türken, und 46,2 Prozent der Wahlberechtigten gingen zu der Abstimmung. Bereits bis zum 10. April hatten 48,73 Prozent oder 696.863 der 1.430.127 der in Deutschland registrierten türkischen Wähler ihre Stimme abgegeben. Bei der Parlamentswahl im November 2015 hatten nur 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, doch auch damals hatte die Regierungspartei AKP 59,7 Prozent der Stimmen bekommen.

Wie haben die Auslandstürken in Europa gewählt?



Von den 2,9 Millionen Auslandstürken erhielt Erdogan die größte Unterstützung aus Belgien: Dort stimmten 75,1 Prozent mit “Ja”. Nach den diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und den Niederlanden haben die wahlberechtigten Türken mit 71 Prozent für das Präsidialsystem gestimmt. Im Wahlkampf hatten die Niederlande die Auftritte türkischer Regierungsmitglieder untersagt.

In Österreich lag die Zustimmung bei 73,5 Prozent, immer noch deutlich höher als in Deutschland. Das einzige europäische Land, in dem sich die türkischen Wähler klar gegen Erdogans geplante Verfassungsreform aussprachen, war die Schweiz: Dort hatten nur 38 Prozent mit “Ja” gestimmt.