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Märsche für die Wissenschaft: Weltweit hunderte Kundgebungen


USA

Märsche für die Wissenschaft: Weltweit hunderte Kundgebungen

In vielen Städten weltweit haben Menschen dafür demonstriert, wissenschaftliche Erkenntnisse anzuerkennen und zu nutzen.

Allein 37 000 Teilnehmer gab es bei Kundgebungen in Deutschland, wie die Veranstalter der “Märsche für die Wissenschaft” mitteilten.

Ein wichtiges Motiv für die Teilnehmer war der Regierungswechsel in den USA. Unter dem neuen Präsidenten Donald Trump befürchten sie eine Geringschätzung oder gar Nichtachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse, zum Beispiel über
den Klimawandel.

Bei der Hauptveranstaltung in Washington versammelten sich trotz Regenwetters nach Schätzungen zeitweise zehntausende Menschen. Auch in anderen amerikanischen Städten kamen Menschen zu Tausenden zusammen.

In Berlin gingen nach Angaben der Veranstalter unter dem Motto “Wissenschaft ist keine Meinung, alternative Fakten sind Lügen” rund elftausend Menschen auf die Straße. Vor allem in Universitätsstädten gab es große Demonstrationen.

“Wir können nicht akzeptieren, dass in Zeiten, in denen der Mensch diesen Planeten verändert wie nie zuvor in der Geschichte, Entscheidungen getroffen werden, ohne auf wissenschaftliche Fakten zurückzugreifen», sagte der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, in München: “Wir dürfen uns nicht dümmer stellen, als wir sind.”

Trump sieht den Klimawandel als Erfindung an. Er droht mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen und machte Umweltschutzauflagen seines Vorgängers Barack Obama rückgängig. Auch sieht sein Haushaltsvorschlag Kürzungen bei der Forschungsförderung vor.

Dennoch erklärte Trump zum gestrigen “Tag der Erde”, eine “gründliche Wissenschaft” hänge nicht von einer Ideologie ab, “sondern von einem Geist ehrlicher Erforschung und offener Diskussion”.

Das deutsche Organisationsteam betonte, die Demonstrationen seien keine Anti-Trump-Veranstaltung. Das Leugnen gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse sei ein weltweites Problem.

“Autokraten haben ein Interesse an einer unaufgeklärten Öffentlichkeit», sagte der Greifswalder Philosophieprofessor Micha Werner bei der dortigen Veranstaltung. Angst, Zweifel und Unsicherheit seien dort am wirksamsten, wo sie nicht durch Fakten begrenzt würden. 

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, sagte, es sei kein Zufall, dass die Klimaforschung zuerst angegriffen werde: “Die menschengemachte Erderwärmung wie auch die Politik zu ihrer Begrenzung sind naturgemäß global – für Nationalisten einfach unerträglich.”

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