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Katerstimmung beim "aufsässigen Frankreich"

Jean-Luc Melénchon und seine Bewegung "La France insoumise” – zu deutsch: das aufsässige Frankreich - landen abgeschlagen auf dem vierten Platz.

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Katerstimmung beim "aufsässigen Frankreich"

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Bei den Anhängern des linken Kandidaten Jean-Luc Melénchon und seiner Bewegung “Das aufsässige Frankreich” herrscht Katerstimmung. Der Überraschungskandidat des französischen Wahlkampfes liegt abgeschlagen auf dem vierten Platz, hinter den Kontrahenten in der kommenden Stichwahl, Emmanuel Macron und Marine Le Pen, und noch hinter dem konservativen François Fillon.

“Das ist sehr, wirklich sehr traurig. Wir haben einen guten Wahlkampf geliefert, wir sind weit gekommen, das war gut. Aber jetzt hat Frankreich einen Kandidaten gewählt mit einem Programm, das wir als sehr hohl empfinden. Frankreich mag keine Veränderung. Also gibt es jetzt noch mal fünf Jahre das gleiche wie immer”, so ein Unterstützer Melénchons.

“Ich glaube, die Zukunft gehört dem ‘aufsässigen Frankreich’. Die Zukunft gehört den Franzosen, die verstanden haben, dass es so nicht weitergehen kann, die Zukunft gehört denen, die begriffen haben, dass wir uns widersetzen und kämpfen müssen”, sagt ein anderer. Und eine Frau will nach dem Ausscheiden Melénchons nicht mehr ihre Stimme abgeben: “Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich einen ungültigen Stimmzettel abgeben, ich werde weder für den einen, noch für die andere der Kandidaten in der Stichwahl stimmen.”

Anders als andere unterlegene Kandidaten gibt Jean-Luc Melénchon keine Wahlempfehlung für die Stichwahl. Er überlässt seinen Wählern, wem sie ihre Stimme im Mai geben werden.