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Atom-Streit: US-Außenminister Tillerson fordert stärkere Isolierung Nordkoreas

Im UN-Sicherheitsrat hat der US-Außenminister eine verschärfte diplomatische und wirtschaftliche Isolierung Nordkoreas gefordert.

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Atom-Streit: US-Außenminister Tillerson fordert stärkere Isolierung Nordkoreas

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US-Außenminister Rex Tillerson hat vor einem Angriff Nordkoreas auf die Millionenstädte Seoul und Tokio gewarnt. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates forderte er eine verschärfte diplomatische und wirtschaftliche Isolierung des Landes. Tillerson betonte, dass er eine diplomatische Lösung vorziehe, aber “alle Optionen” auf dem Tisch bleiben müssten.

Tillerson sagte:
“Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis Nordkorea in der Lage ist, das Festland der USA anzugreifen. Schon mehrfach hat das Land behauptet, dass solch ein Angriff in Planung sei. Bei dieser Rhetorik können die USA nicht untätig zuschauen, auch andere Länder in diesem Rat nicht, die sich in Reichweite nordkoreanischer Raketen befinden.”

Russland warnte, “Rhetorik gepaart mit rücksichtslosen Muskelspielen” könnte “erschreckende Konsequenzen” haben. Auch der chinesische Außenminister Wang Yi warnte:

“Der Einsatz von Gewalt löst keine Streitigkeiten und wird nur zu einer größeren Katastrophe führen. Die einzig richtige Wahl sind Verhandlungen. Auf diese Weise konnten auch in der Vergangenheit die Situation auf der Halbinsel stabilisiert und Anstrengungen zur Denuklearisierung unternommen werden.”

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.
Nordkoreas Staatsfernsehen berichtete derweil von einer Militärübung vom Dienstag – angeblich der bislang größten überhaupt.

Das Auswärtige Amt riet derweil dringend von allen nicht erforderlichen Reisen nach Nordkorea ab. Deutschen Staatsangehörigen, die sich dennoch weiter in Nordkorea befinden, werde dringend empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.