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Jeans und Umweltschutz: Marokko will den dreckigen Stoff sauberer machen


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Jeans und Umweltschutz: Marokko will den dreckigen Stoff sauberer machen

Jeans sind immer in Mode, doch trotzdem muss sich die Branche ständig weiterentwickeln. Auf der Denim Première Vision in Paris haben Textilhersteller aus aller Welt vor Kurzem ihre Neuheiten präsentiert. 84 Aussteller aus 19 Ländern waren auf der Modemesse zu sehen.

13 Prozent der Firmen, die sich hier zeigten, stammten aus Marokko. Das Land ist einer der wichtigsten Textilhersteller Afrikas. Viele europäische Firmen lassen wegen der geringen Kosten und relativ kurzen Transportwege hier produzieren. Die EU ist der wichtigste Exportmarkt. Insgesamt wurden 2016 Textilien im Wert von 3,2 Milliarden Euro ausgeliefert, das sind sieben Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Land will die Entwicklung der Industrie weiter vorantreiben: Bis 2020 sollen 100.000 neue Jobs geschaffen werden.

Der halbstaatliche Morroccan Denim Cluster soll dabei helfen. Präsident Serge Chouchana: “Wir haben zwei Ziele: Erstens wollen wir, dass Jeansstoffe aus Marokko auf dem internationalen Markt und in Märkten, in denen sie noch nicht so präsent sind, bekannter werden. Zweitens wollen wir über dringende Probleme nachdenken. Wir haben eine Innovations- und Entwicklungsabteilung gegründet, um weniger Verschmutzung zu produzieren und die Herstellung sauberer zu machen.”

Marokko versucht sich als Anbieter für umweltbewusst hergestellte Jeanskleidung zu etablieren. Die Firma “New Wash” hat in Paris ihre Kollektion “Koala” vorgestellt. Die Kleidung wurde auf nachhaltige Art und Weise produziert, so der Marketingmanager Zakaria Ghattas: “Wir haben eine Kollektion präsentiert, die Mensch und Natur respektiert. Eine Kollektion, die ökologische Waschmethoden und Technologien benutzt, also auf umweltschonende Innovation setzt.”

Denn die Jeansherstellung ist wasserintensiv und verbraucht viele Chemikalien. Darunter leiden Umwelt und Arbeiter. Marokko hat zusammen mit dem französischen Designerehepaar Girbaud die Linie “Cleaning the Planet” entwickelt, die auf Recycling und Lasertechnik setzt. Anstoß der Kooperation war der Klimagipfel in Marokko im vergangenen Jahr, so Marithé Girbaud: “Ich glaube, dass Marokko beim Cop22 verstanden hat, dass etwas getan werden muss. Damals haben wir mit dem Projekt begonnen. Sie waren die ersten, die an dem Projekt interessiert waren. Wir haben gezeigt, wie die Lasertechnik funktioniert und ich glaube, das hat sie sofort interessiert.”

“Wir arbeiten schon seit 1995 mit Marokko”, erzählt der Chef des französischen Modehändlers Beaumanoir, “weil Marokko eine fortschrittliche Herangehensweise bei der Technik hat und die Produktions- und Handelswege kurz sind.”

Marokko hat sich also bereits einen Ruf als innovativer Textilhersteller vor allem im Bereich Jeans machen können. Für die Zukunft hat das Land sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Ab 2025 sollen nur noch Jeansstoffe hergestellt worden, die komplett nachhaltig produziert werden.