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Letzter Schlagabtausch vor der Wahl: Le Pen und Macron im TV-Duell


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Letzter Schlagabtausch vor der Wahl: Le Pen und Macron im TV-Duell

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Vier Tage vor der Stichwahl um das französische Präsidentenamt treffen Marine Le Pen und Emmanuel Macron an diesem Mittwochabend in einem TV-Duell aufeinander. Es wird mit einem harten Schlagabtausch der beiden Kandidaten gerechnet, um unentschlossene Wähler zu überzeugen.

Die Rechtspopulistin Le Pen und der sozialliberale Macron hatten sich bereits bei Wahlkampfkundgebungen am 1. Mai gegenseitig nichts geschenkt. Macron prangert den Front National als “Partei des Anti-Frankreichs” an und warnt vor Le Pens “europafeindlichem Kurs”. Seine Rivalin bezeichnet ihn als “Kandidat der Banken” und “Klon” des scheidenden Präsidenten Hollande.

Der EU-Freund und ehemalige Wirtschaftsminister Macron liegt in jüngsten Umfragen mit knapp 60 Prozent nach wie vor vorn. Le Pen käme demnach auf rund 40 Prozent. Ein hoher Anteil an Nichtwählern oder Enthaltungen könnte jedoch der EU-Feindin Le Pen nützen.

Vor allem Wähler des linken Spektrums wollen sich für keinen der beiden Kandidaten entscheiden. “So etwas habe ich noch nie erlebt, ein totales Durcheinander”, sagt ein Pariser Taxifahrer.” Ich selbst werde mich wahrscheinlich erst in der Wahlkabine entscheiden.”

Viele haben ein mulmiges Gefühl, wie dieser Paris befragte Passant. “Wir stecken in der Sackgasse. Egal wer die Wahl gewinnt, es wird böse enden. Es wird soziale Unruhen geben, viele Demonstrationen, niemand wird zufrieden sein. Ich bin eher pessimistisch.”

Das mehr als zweistündige TV-Duell vor Millionen Zuschauern ist der letzte Schlagabtausch im Fernsehen vor der Stichwahl am Sonntag. Experten halten einen Sieg der Front-National-Kandidatin Le Pen für unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Ausschlaggebend für das Ergebnis dürfte das Verhalten der Anhänger des französischen Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon sein. Der 65-Jährige hatte im ersten Durchgang mit knapp 20 Prozent der Wählerstimmen den vierten Platz belegt. Laut einer internen Befragung planen 36,1 Prozent der Mélenchon-Unterstützer die Abgabe eines unausgefüllten oder ungültigen Stimmzettels. 34,8 Prozent wollten für den unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron votieren. Weitere 29,1 Prozent bezeichneten sich als Nichtwähler.

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