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"Alcione": Was hinter der Neuaufführung steckt


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"Alcione": Was hinter der Neuaufführung steckt

Mit Unterstützung von

Dirigent Jordi Savall und Regisseurin Louise Moaty erzählen uns mehr über ihre Interpretation von Marin Marais’ Oper “Alcione”.

Louise Moaty, Regisseurin:
“Alcione ist wirklich ein Werk, das sich auf das Fabelhafte stützt. Mir kam sofort die Idee, durch Zirkusleute diese Verzauberung des Blickes zu verkörpern, die den barocken Werken zu eigen ist. Außerdem war die Idee, auch über das Bühnenbild die Sprache des Zirkus herauszuarbeiten, das Bühnenbild nutzt Zirkusgerätschaften. Wir haben versucht, die Dinge so weit wie möglich miteinander zu verschachteln.

Ich habe eine moderne, zeitgenössische Perspektive gewählt, die aber versucht, alles aufzunehmen, was mich im Universum des Barock interessiert. Das ist genau diese Vielfalt, diese Unregelmäßigkeit, diese Entfaltung, die spezifisch sind für den Barock, aber wirklich unter dem heutigen, zeitgenössischen Blickwinkel.”



Jordi Savall, Dirigent:
“Meine Methode war, zuerst die Texte rezitieren zu lassen, die gesungen werden müssen, damit man sich der Flexibilität des Tonfalls bewusst wird. Das hat uns erlaubt, danach, wenn man den Ton hinzufügt, schon sehr viel schärfer zu artikulieren und zu deklamieren. Und das müssen dann die Orchestermusiker auch unterstreichen. Man nutzt diese Elemente, um eine Sprache zu schaffen, die sehr ausdrucksstark, aber auch sehr modern ist.
Keine Ahnung, ob das Publikum damals die heutige Inszenierung verstanden hätte. Aber die Emotion, die über den Gesang herüberkommt, über die gut gespielten, tänzerischen Instrumentalteile, das ist etwas Bleibendes – sie wird immer das Ideal sein, mit dem Musik uns verzaubert.”

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