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Lateinamerikanische Staaten verurteilen den "übermäßigen Einsatz von Gewalt" in Venezuela


Venezuela

Lateinamerikanische Staaten verurteilen den "übermäßigen Einsatz von Gewalt" in Venezuela

Acht lateinamerikanische Nationen haben den “übermäßigen Einsatz von Gewalt” gegen Demonstranten in Venezuela verurteilt. Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Mexiko und Paraguay forderten die venezolanische Regierung auf, die Menschenrechte ihrer Bürger zu respektieren. Das gab das Außenministerium Mexikos bekannt. Seit dem Beginn der Proteste Anfang April wurden nach jüngsten Angaben der Behörden mehr als 35 Menschen getötet und rund 700 weitere verletzt.

Am Donnerstag hatten sich Angehörige und Unterstützer des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López vor dessen Gefängnis versammelt.

Sie wollten ihn sehen, nachdem Gerüchte die Runde gemacht hatten, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Ein Video mit einem vermeintlichen
Lebenszeichen bezeichnete seine Frau als Fälschung. López sitzt derzeit eine 13-jährige Haftstrafe ab. Das Urteil wurde international als rein politisch motiviert kritisiert.

Der 46-Jährige war bis 2014 wichtigster Gegenspieler von Staatschef Nicolás Maduro und gilt im Falle einer Freilassung als ein Favorit auf das Präsidentenamt.

Die Lage in Venezuela spitzt sich immer weiter zu. Regierungsgegner protestieren gegen die Ankündigung des sozialistischen Staatschefs, eine neue Verfassung ohne Beteiligung des Parlaments ausarbeiten zu lassen. Die Demonstranten machen zudem Nicolás Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land verantwortlich.

Laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds wird die Inflation in diesem Jahr auf 720 Prozent steigen. Nahrungsmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs werden vielerorts knapp.

Die konservative und rechtsgerichtete Opposition kämpft für vorgezogene Parlamentswahlen und eine Volksabstimmung über die Absetzung des Staatschefs, dessen Mandat regulär im Januar 2019 endet.