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Nigeria - 82 verschleppte Schulmädchen wieder frei

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Nigeria - 82 verschleppte Schulmädchen wieder frei

Nach mehr als drei Jahren in der Gewalt islamistischer Boko-Haram-Extremisten sind 82 Schülerinnen aus dem nigerianischen Chibok im Austausch für einige “von den Behörden festgehaltene Boko-Haram-Verdächtige” freigelassen worden. Nach dem jüngsten Gefangenenaustausch ist weiter unklar, wieviele Schülerinnen sich noch in der Gewalt von Boko Haram befinden, es dürften noch ungefähr 110 Mädchen sein. Letzten Oktober wurden – ebenfalls nach Vermittlung der Schweiz und dem Internationalen Roten Kreuz – 21 Mädchen freigelassen, rund 195 blieben verschwunden. Präsident Buhari bedankte sich bei der Schweizer Regierung, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz für die Unterstützung.

Im April 2014 hatte Boko Haram 276 überwiegend christliche Mädchen aus einer Schule in Chibok im instabilen Nordosten des Landes verschleppt, die zum Zeitpunkt der Entführung zwischen 12 und 17 Jahren alt waren. Etwa 50 von ihnen gelang kurz danach die Flucht. Laut einem Unicef-Bericht wurden in den vergangenen Jahren Tausende Kinder und Jugendliche von Boko Haram verschleppt. Die Minderjährigen werden als Kämpfer, Helfer oder Sexsklavinnen missbraucht. Auch soll Boko Haram sie vermehrt als Selbstmordattentäter eingesetzt haben. In Nigeria und den Nachbarländern Tschad, Niger und Kamerun sprengten sich seit 2014 insgesamt 117 Minderjährige an öffentlichen Plätzen in die Luft. Die “überwiegende Mehrheit” seien Mädchen gewesen, heißt es in dem Bericht. Die Entführung der Schülerinnen sorgte international für Entsetzen, im Internet entwickelte sich die Kampagne «Bring Back Our Girls» für die Freilassung der Mädchen.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Ziel der sunnitischen Fundamentalisten ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt seit 2009 getötet, Tausende Zivilisten verschleppt. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund 2,7 Millionen Menschen auf der Flucht. Zuletzt mussten die Extremisten militärische Niederlagen einstecken.