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Massenausbruch aus indonesischem Gefängnis


Indonesien

Massenausbruch aus indonesischem Gefängnis

Bei einem Massenausbruch aus einer völlig überfüllten Haftanstalt auf der indonesischen Insel Sumatra ist rund 200 Gefangenen die Flucht gelungen. Nach Angaben der Behörden hätten sie das Wachpersonal überwältigt und einen Nebeneingang gewaltsam geöffnet, dann stürmten sie in Massen aus dem Gefängnis. Die Häftlinge hatten den Angaben zufolge gegen Überbelegung, schlechtes Wasser und Erpressung in der Anstalt protestiert. Binnen Stunden wurden aber mindestens 120 wieder geschnappt. Nach den restlichen werde noch gesucht. Das Gefängnis in dem Ort Pekanbaru ist eigentlich für 300 Häftlinge ausgelegt. Nach Angaben des Leiters des indonesischen Strafvollzugs, Wayan Dusak, waren zuletzt dort mehr als sechs Mal so viele Männer, rund 1.870, inhaftiert. Bewacht wurden sie nach seinen Angaben von fünf Wärtern und einem Portier. Das Wachpersonal wurde nun verstärkt. Die mehr als tausend Häftlinge, die an dem Ausbruch nicht beteiligt waren, weigerten sich unterdessen, in ihre Zellen zurückzukehren. Sie forderten zuvor eine Ablösung des bisherigen leitenden Wächters. In Indonesiens Gefängnissen ereignen sich immer wieder Massenausbrüche. Viele Anstalten sind überfüllt und dringend sanierungsbedürftig, die Haftbedingungen oftmals unerträglich.