Eilmeldung

Eilmeldung

CDU in Schleswig-Holstein klar vorn - AfD bei 5,5 Prozent

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die bisher oppositionelle CDU offenbar einen deutlichen Sieg erzielt.

Sie lesen gerade:

CDU in Schleswig-Holstein klar vorn - AfD bei 5,5 Prozent

Schriftgrösse Aa Aa

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die bisher oppositionelle CDU offenbar einen deutlichen Sieg erzielt. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die Union auf 32,5 bis 32,9 Prozent und damit deutlich vor der bisher mitregierenden SPD mit 26,7 bis 26,8 Prozent. Die Grünen, die bisher mit in der Regierung waren, erreichten 12,9 Prozent, gefolgt von der FDP mit 11,0 bis 11,4 Prozent.

Neu in den Landtag zieht die rechtspopulistische AfD ein. Sie ist zum ersten Mal angetreten und übersprang knapp die Fünf-Prozent-Hürde. Für sie ist es der zwölfte aufeinanderfolgende Einzug in einen Landtag.

Die SPD räumte ihre Niederlage bereits ein. Landesfraktionschef Ralf Stegner sprach von einem “bitteren Tag für die Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein”. In der ARD sagte er: “Das ist ein enttäuschendes Ergebnis für uns, ein sehr enttäuschendes, muss ich sagen.” Der von SPD-Generalsekretärin Katarina Barley noch kürzlich propagierte Schulz-Effekt, mit dem die SPD auf neue Popularität hoffte, blieb aus. Im ZDF sagte Barley jetzt in Hinblick auf die bevorstehende Wahl in Nordrhein-Westfalen, diese sei ein ganz anderes Spiel. Bei der Wahl in Schleswig-Holstein sei es weniger um Inhalte, als um das Privatleben von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gegangen.

Möglich sind jetzt viele Koalitionen, nur die bisherige nicht: SPD, Grüne und Südschleswigscher Wählerverband, die Minderheitspartei der Dänen, können so nicht weiterregieren. Ministerpräsident Albig könnte dennoch weiterregieren, beispielsweise in einer Ampelkoalition. Die CDU schickt sich an, ihren Spitzenkandidaten Daniel Günther an die Macht zu bringen. Das wäre beispielsweise in einer Großen Koalition möglich; diese Variante ist jedoch bei den Parteien denkbar unbeliebt.

Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zu 2012 laut ZDF um 5,3 Punkte auf 65,5 Prozent. Schon bei anderen Landtagswahlen seit vergangenem Jahr waren mehr Bürger als zuvor zur Urne gegangen. Als ein Grund gilt das Aufkommen der AfD, die zunächst Nichtwähler für sich mobilisierte, dann aber auch Gegenkräfte in Bewegung setzte. In Schleswig-Holstein durften am Sonntag außerdem erstmals auch 16-Jährige wählen. Bisher lag das Wahlalter wie im übrigen Deutschland bei 18 Jahren.