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Ende des Martyriums - 82 entführte Schülerinnen nach Abuja ausgeflogen


Nigeria

Ende des Martyriums - 82 entführte Schülerinnen nach Abuja ausgeflogen

Die 82 in Nigeria freigelassenen Schülerinnen und jungen Frauen sind zu medizinischen Untersuchungen in der Hauptstadt Abuja eingetroffen. Sie waren über drei Jahre in der Hand der Islamistenmiliz Boko Haram. Nach Regierungsangaben wurden die überwiegend christlichen Mädchen und Frauen im Austausch gegen inhaftierte Boko-Haram-Mitglieder freigelassen. Anschließend flogen sie mit einem Militärhubschrauber von Banki nach Abuja. Die Weiterfahrt erfolgte gemeinsam mit Angehörigen in Bussen.

Unklar ist, wie viele Schülerinnen sich jetzt noch in der Gewalt von Boko Haram befinden, es dürften noch ungefähr 110 Mädchen sein. Die nigerianische Regierung bedankte sich bei der Schweiz und dem Internationalen Kommitee vom Roten Kreuz (ICRC) für deren Beteiligung an der Mission. Das ICRC und Schweizer Diplomaten hatten bereits im vergangenen Oktober an der Freilassung von 21 entführten Mädchen mitgewirkt.

Insgesamt waren im April 2014 276 Mädchen aus ihrer Schule in Chibok im instabilen Nordosten Nigerias verschleppt worden. Viele von ihnen sollen nach Einschätzung von Hilfsorganisationen für Kampfeinsätze der Islamisten und als Sexsklavinnen missbraucht worden sein. Unicef vermutete auch eine Beteiligung an Selbstmordattentaten.

Die Entführung hatte weltweit für Empörung gesorgt und zur “Bring Back Our Girls”-“Solidaritätskampagne”:http://de.euronews.com/2017/01/08/bringbackourgirls-aktivistinnen-protestieren-1000-tage-nach-chibok-entfuehrung für die Freilassung der Mädchen geführt. Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen einen islamischen Gottesstaat errichten.