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Ein Tanz zu Ehren von Prinz Philip kann die Enttäuschung über seinen angekündigten Rückzug von offiziellen Terminen nur oberflächlich kaschieren. Die Bewohner der Tannu-Insel, Teil des Inselstaates Vanuatu im Südpazifik, verehren den Queen-Gemahl seit Jahrzehnten. Umso größer fiel das Entsetzen aus, dass der 95-Jährige künftig auf offizielle Anlässe wie Auslandsbesuche verzichten wird.

Die Tannu-Bewohner schließen den Prinzen täglich in ihre Gebete für gute Ergebnisse bei der Ernte von Bananen und Yam-Wurzeln ein. Die Eingeborenen schätzen vor allem das Engagement des Herzogs von Edinburgh für ein gemeinnütziges Projekt in der Landwirtschaft, das der verarmten Bevölkerung im Überlebenskampf hilft.

Einer lokalen Legende zufolge wird Prinz Philip auf Vanuatu als hellhäutiger Sohn eines Berggottes verehrt. Tatsächlich entstammt die Huldigung wohl der Kolonialzeit. In den 1960er Jahren war Vanuato eine Britisch-französische Kolonie. Damals waren Amtstsuben und Polizeistationen mit Porträts des britischen Königspaares geschmückt. Kopien dieser Fotos tragen die Inselbewohner bei besonderen Anlässen weiterhin zur Schau. Obwohl Prinz Philip seine Ankündigung eines Inselbesuchs nie in die Tat umgesetzt hat – und dies nun als diplomatischer Ruheständler wahrscheinlich auch nicht mehr tun wird.

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