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Berlin: Prozess wegen Feuer-Angriff auf Obdachlosen hat begonnen


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Berlin: Prozess wegen Feuer-Angriff auf Obdachlosen hat begonnen

Weil sie versucht haben sollen, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden, müssen sich sieben junge Männer ab sofort wegen versuchten Mordes und unterlassener Hilfeleistung vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Mitte Februar Anklage erhoben. Sie wirft den jungen Männern im Alter zwischen 16 und 21 Jahren vor, in der Nacht zum ersten Weihnachtstag 2016 mehrere brennbare Gegenstände “in unmittelbarerer Nähe des Kopfes” des Obdachlosen angezündet zu haben. Nur durch das Eingreifen von Passanten, die sofort die Flammen löschten, wurde der 37-jährige Mann nicht verletzt.

Sechs mutmaßliche Täter sind wegen versuchten Mordes angeklagt, ein siebter wegen unterlassener Hilfeleistung. Sechs Verdächtige stammen aus Syrien, einer aus Libyen. Alle sollen zwischen 2014 und 2016 als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein.

Sechs der Verdächtigen hatten sich gestellt, nachdem die Polizei auch mithilfe von Videobildern nach den Männern gesucht hatte. Der siebte wurde nach Polizeiangaben von Zivilfahndern festgenommen. Die sechs mutmaßlichen Haupttäter sitzen seit dem 27. Dezember in Untersuchungshaft.

Wo sich der Obdachlose jetzt aufhält und ob er zum Prozess kommt, war unklar. Im Winter suchen viele Obdachlose aus Osteuropa Schutz in Berlin, weil das Hilfssystem in ihrer Heimat schlechter ist – oder es gar keines gibt.

Der Angriff auf den Obdachlosen war kein Einzelfall. Zuletzt wurde im April in Hamburg der Schlafsack eines 49-Jährigen unter freiem Himmel angezündet. Ebenfalls dort wurde im Februar die Schlafstätte von zwei wohnungslosen Männern in einem Parkhaus in Brand gesteckt. Im März hatte der grausame Tod eines 49-jährigen Obdachlosen im italienischen Palermo Entsetzen ausgelöst. Er war mit Benzin überschüttet und angezündet worden. Hier soll Eifersucht das Motiv gewesen sein.

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