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Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In will Beziehungen zu Nordkorea verbessern

Mit Moon könnte Südkorea eine deutliche Abkehr von der bisherigen Politik erleben. Der neue Präsident will neue Akzente bei der Sicherheitspolitik setzen und spricht von einer Annäherung an Pjöngjang.

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Nach den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in Südkorea ist Moon Jae In als neues Staatsoberhaupt vereidigt worden. Der linksliberale Politiker und ehemalige Menschenrechtsanwalt hatte die Wahl am Dienstag mit mehr als 40 Prozent gewonnen und damit nach neun Jahren konservativer Regierungen einen Machtwechsel eingeleitet.

Er wolle ein “neues Korea” schaffen, betonte Moon bei der Vereidigungszeremonie. Und er sei bereit, unter den passenden Umständen die Regierung in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu treffen.

Nötig wurde die vorgezogene Wahl durch die Amtsenthebung von Moons Vorgängerin Park Geun Hye vor zwei Monaten wegen Korruptionsvorwürfen. Sie muss sich wegen Bestechlichkeit sowie Machtmissbrauchs vor Gericht verantworten.

Südkorea könnte unter Moon eine deutliche Abkehr von der bisherigen Politik erleben. Mit Blick auf das umstrittene Raketenabwehrsystem THAAD kündigte Moon an, dessen Stationierung mit den USA “ernsthaft verhandeln” zu wollen.

Die Vereinigten Staaten sind Seouls wichtigster Verbündeter. Peking sieht das Abwehrsystem hingegen als Bedrohung – es sei stark genug, um chinesische Militäreinsätze auszuspionieren.

Moon werde voraussichtlich noch am Mittwoch den Gouverneur der Provinz Süd-Jeolla, Lee Nak Yon, als neuen Ministerpräsidenten nominieren, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Lee soll Nachfolger des bisherigen Premierministers Hwang Kyo Ahn werden, der seit der Absetzung Parks die Amtsgeschäfte des Präsidenten kommissarisch geleitet hatte.