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Wie Watergate: Endet Trump wie Nixon 1974?

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Wie Watergate: Endet Trump wie Nixon 1974?

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Der Rauswurf des FBI-Direktors Comey erinnert inzwischen viele an den Watergate-Skandal vor mehr als 40 Jahren. Ist die Affäre der Anfang vom Ende der Präsidentschaft von Donald Trump?

Wie war das damals?

Im Zuge des Watergate-Skandals trat US-Präsident Richard Nixon 1974 zurück. Es war das einzige Mal in der Geschichte der USA, dass ein Präsident seinen Hut nahm.

Die Veröffentlichungen in der Watergate-Äffäre zu Verschwörung und Wahlkampfmanipulation sowie zu Amts- und Machtmissbrauch auf höchster Ebene der Politik der Vereinigten Staaten stürzten die USA nach dem Vietnamkrieg in eine politische Vertrauenskrise.

DEEP THROAT – Der Watergate aufdeckte

DEEP THROAT” – Hinter diesem Decknamen verbarg sich jahrzehntelang die Schlüsselfigur des Watergate-Skandals. 2008 ist der frühere FBI-Vizechef Mark Felt im Alter von 95 Jahren gestorben. Erst 2005 hatte er enthüllt, dass er vor mehr als drei Jahrzehnten der geheimnisumwitterte Informant gewesen war.

Mit Hilfe seiner Hinweise hatten zwei Journalisten der “Washington Post” die Vergehen des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon aufgedeckt. Die Zeitung machte bekannt, dass in seinem Auftrag 1972 mehrere CIA-Agenten in das Wahlkampfhauptquartier der Demokraten im Watergate-Gebäude von Washington eingebrochen waren. Sie hatten dort unter anderem Abhörmikrophone installiert.

Es ging um die Präsidentschaftswahlen 1972, die Richard Nixon ohnehin gegen den demokratischen Senator George McGovern gewonnen hätte – auch ohne Abhören.

Parallelen zu heute?

Der Journalist Carl Bernstein, der die Affäre gemeinsam mit seinem Kollegen Bob Woodward aufgedeckt hatte, erklärte später, der damalige FBI-Vizechef Felt habe eine tiefe Abneigung gegen die kriminellen Machenschaften der Regierung Nixon empfunden, und auch dagegen, selbst missbraucht worden zu sein.

Benjamin Bradlee habe die “Washington Post” zu einer der besten Zeitungen der Welt gemacht, so US-Präsident Barack Obama bei der Auszeichnung Bradlees 2013 mit der Freiheitsmedaille, der höchsten zivilen Auszeichnung der Vereinigten Staaten. Der frühere Chefredakteur der Zeitung ist 2014 im Alter von 93 Jahren verstorben.

Unter seiner Führung veröffentlichte die sogenannte “Post” den Watergate-Skandal, eine der größten Enthüllungen im US-Journalismus.

Zum Umgang mit Informanten sagte Bradlee im Jahr 2005 im US-Fernsehen: “Ich denke Menschen haben Gründe mit Journalisten zu reden. Diese Gründe zu verstehen, ist dann die Aufgabe des Journalisten. Ich denke wir haben Mark Felt verstanden. Er war beunruhigt durch das, was er im Weißen Haus mitbekam, was alles vertuscht wurde und er entschied sich, damit an die Öffentlichkeit zu gehen”.

“Tricky Dick”

Der Spitzname von Richard Nixon war “Tricky Dick”. Doch seine Tricks brachten den US-Präsidenten zu Fall und führten zum bisher einzigen Rücktritt eines US-amerikanischen Präsidenten. Sein Nachfolger Gerald Ford begnadigte Nixon, so dass dieser nicht für Watergate zur Verantwortung gezogen wurde. Richard Nixon starb 1994 in New York.