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Marktöffnung oder Wirtschaftsimperialismus? China investiert in neue Seidenstraße


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Marktöffnung oder Wirtschaftsimperialismus? China investiert in neue Seidenstraße

Manchmal sind die Ideen unserer Vorväter doch die besten. Die Seidenstraße beispielsweise, Jahrhunderte lang war sie der Inbegriff des Handels in der Alten Welt. Von China über Südasien und Konstantinopel bis nach Europa erstreckte sich das Handelsnetz, das mutigen Investoren und Abenteurern zu Reichtum und Ansehen verhalf.

China, die Handelsmacht des anbrechenden 21. Jahrhunderts, schickt sich nun an, seine Handelsbeziehungen mit dem Westen auszubauen. Ideengeber dafür: die alte Seidenstraße.

Bei einer Kickoff-Veranstaltung in Peking waren 29 Staats- und Regierungschefs zu Gast. Erdogan, Putin, die EU-Kommission war vertreten, aus Deutschland schaute Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries vorbei. Und China hatte Großes zu verkünden: Mehr als 100 Milliarden Euro will das Land in neue Bahnstrecken, Häfen und alles, was der Handel sonst noch braucht, investieren.

Die anwesenden Staats- und Regierungschefs bekannten sich ebenfalls zum freien Handel. Aber Chinas Vorstoß wurde nicht mit ungeteilter Begeisterung aufgenommen. Zu protektionistisch zeigte sich das Land mal wieder den westlichen Regierungen gegenüber, zu wenig auf Gegenseitigkeit sind die Angebote der Chinesen begründet. Der Vertreter der EU-Kommission, Vizepräsident Jyrki Katainen, beklagte, man habe keine Möglichkeit gehabt, über den Text der Abschlusserklärung zu verhandeln. Am Ende unterschrieb die Kommission das Papier nicht. Katainen spielte die Bedeutung dieses Schrittes herunter: Die Veranstaltung sei dennoch sehr gut gewesen.

Auch Deutschlands Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries äußerte sich kritisch. Sie forderte einen besseren Marktzugang für deutsche Firmen in China. Zypries beklagte den Zwang, dass deutsche Unternehmen in bestimmten Branchen wie der Autoindustrie in China noch Gemeinschaftsunternehmen eingehen müssen. Da aus Deutschland weder Kanzlerin noch Präsident angereist waren, stellte sich die Frage nach der Unterschrift des Schlussdokuments aber sowieso nicht.

Einigkeit unter den 29 Staats- und Regierungschefs dagegen bei der Schaffung eines “nachhaltigen” Finanzsystems und dem Klimaschutz. Man sei entschlossen, den Planeten vor dem Verfall zu schützen, heißt es im Entwurf der Abschlusserklärung.

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