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Whistleblowerin Manning aus Militärgefängnis entlassen

US-Präsident Barack Obama hatte die Strafe von Chelsea Manning im Januar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt.

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Whistleblowerin Manning aus Militärgefängnis entlassen

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Nach fast sieben Jahren Haft ist die Whistleblowerin Chelsea Manning aus dem Militärgefängnis Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas entlassen worden. Alles, was vor ihr liege, sei wichtiger als die Vergangenheit, teilte die 29-Jährige über ihre Anwälte mit.


Vor ihrer Geschlechtsumwandlung noch unter dem Vornamen Bradley bekannt, hatte Manning im Irak-Krieg als Computerexperte für die US-Streitkräfte gearbeitet und große Datenmengen geheimen Materials an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet.

Manning war im Jahr 2013 unter anderem wegen Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Die Untersuchungshaft seit der Festnahme 2010 war ihr angerechnet worden. Während der Haftzeit unternahm Manning zwei Selbstmordversuche, einen Hungerstreik und unterzog sich der Geschlechtsumwandlung.

Präsident Barack Obama hatte die Strafe im Januar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt. Der Wikileaks-Gründer Julian Assange bezeichnete die Freilassung der Whistleblowerin als “epischen Sieg”.

Manning enthüllte unter anderem ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die Besatzung eines US-Hubschraubers auf wehrlose Zivilisten feuert und dabei auch zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters tötet. Dafür erhielt Manning mehrere Menschenrechtspreise. Das Video war der erste große Enthüllungserfolg der Plattform Wikileaks