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UNICEF-Bericht: 300.000 Kinder ohne Eltern auf der Flucht


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UNICEF-Bericht: 300.000 Kinder ohne Eltern auf der Flucht

“Jedes Kind, das alleine flüchtet, ist eines zu viel”, so der Tenor eines neuen Berichtes des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. In dem Bericht hat UNICEF die Situation der Kinder in Dutzenden Ländern und Konflikten weltweit untersucht und bewertet. Demnach sind in den vergangenen zwei Jahren mindestens 300.000 Kinder und Jugendliche auf der Flucht gewesen, unbegleitet, ohne ihre Eltern.

“Wir wissen aus unserer Arbeit in Nordafrika, in Zentralamerika, in Teilen Asiens und in Teilen Europas, beispielsweise Italien, Griechenland und Bulgarien, dass viele Kinder gar nicht erfasst werden”, so der stellvertretende UNICEF-Chef Justin Forsyth. “Deshalb sind die 300.000 wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs.” Fünfmal so viele wie 2010 und 2011 seien das. Viele würden Schleppern und Sklavenhändlern zum Opfer fallen und in die Prostitution gedrängt.


Schon vor einigen Tagen hatte UNICEF beklagt, dass die Zusammenführung von Flüchtlingskindern mit ihren Familien in Europa nur schleppend vorangehe. Die Bearbeitung eines Antrags könne demnach bis zu zwei Jahre dauern. Im vergangenen Jahr hätten knapp 5000 Familien aus Griechenland solche Anträge gestellt. Rund 700 seien von alleinreisenden oder von ihren Familien getrennten Kindern gekommen. Insgesamt hätten 1107 erfolgreiche Antragsteller bis zum Jahresende ihr Zielland erreicht.