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Aufbruchstimmung in Kubas Osten


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Aufbruchstimmung in Kubas Osten

Der Osten der Karibik-Insel Kuba gehört zu den Landesteilen, die touristisch bislang noch keine große Rolle spielen. Doch das soll sich jetzt ändern. Denn auch hier gibt es einiges zu entdecken.

Zu den ganz besonderen Schmuckstücken aus der spanischen Kolonialzeit zählt z.B. das Örtchen Gibara in der Nähe von Holguin, das in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert. Der Restaurator Carlos Chiong Cruz kämpft für den Erhalt der alten Stadt, die für ihn eine ganz besondere Bedeutung hat: “Das ist ein bisschen so wie beim schiefen Turm von Pisa. Wir müssen das ganz besondere Flair von Gibara schützen.”

Die Instandsetzung des charmanten kleinen Fischerdorfes begann vor einigen Jahren. Lange galt Gibara als Kubas “bestgehütetes Geheimnis”. Noch erinnern einige Ruinen an die Zeit, in der der Ort nur wenig Beachtung fand. Das Hotel “Arsenita” erstrahlt dagegen z.B. schon wieder in alter Pracht und sorgt mit dafür, Kuba für Touristen noch interessanter zu machen, meint Carlos Chiong Cruz: “Wir sind sehr damit beschäftigt, neue Hotelangebote wie dieses zu schaffen. Und hier haben wir ein schönes Beispiel dafür, dass das auch ganz gut klappt.”

Letztes Jahr hat Kuba erstmals die 4-Millionen-Besucher-Marke geknackt. Deshalb gab´s auch eine kleine Feier im Rahmen der jährlichen Tourismus-Messe in Gibara, an der auch der zuständige Minister teilnahm. Gibara wurde bei dieser Gelegenheit offiziell zum Touristenziel erklärt.

Die Musik spielt in dieser Region aber auch auf ganz andere Weise. In der alten spanischen Festung von Santiago de Cuba zum Beispiel gibt es immer wieder “Tumba Francesa”-Auffführungen. Eine afro-kubanische Kombination aus Tanz, Gesang und Trommeln, die ursprünglich von Sklaven aus Haiti mitgebracht wurde.

Nach Sonnenuntergang beginnt in Santiago das Nachtleben. Berühmt ist die Musik des “Buena Vista Social Club”. Im “Casa de la Trova” und vielen anderen Tanz-Klubs der Stadt kann man sie live erleben.

Ganz weit im Osten liegt Baracoa mit seinem Duaba Natur Park. Hier steht der Öko-Tourismus im Vordergrund, erklärt Tourismus-Managerin Alina Tompson Wilson: “Die Touristen kommen hierher, um die Natur, die Flüsse und die Strände zu genießen, aber vor allem auch die ganze besondere Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen hier im Osten.”

Warum also nicht mal eine “Sozio-kulturelle Kakao-Tour” machen mit Juan, dem Kakao-Bauern? Er hat seine ganz eigene Theorie darüber, was Kakao so beliebt macht: “Ich lebe und arbeite hier genauso wie meine Vorfahren. Ich mag das. Und außerdem ist Kakao ein tolles Aphrodisiakum…..”

Zurück in Gibara. Seit 2003 gibt es hier auch ein ungewöhnliches Film-Festival mit Low-Buget-Produktionen. Gegründet wurde es von Humberto Solás, dem Enfant terrible des kubanischen Kinos. “Er hatte vom Festival des “armen Films” gesprochen,” so Restaurator Carlos Chiong Cruz, “aber tatsächlich sind die Filme reich, sie bereichern die Zuschauer und werben für Werte für Frieden, Würde und Menschlichkeit.”

In Holguin, rund 700 Kilometer südöstlich der Inselhauptstadt Havanna gelegen, gibt es jedes Jahr die traditionelle Mai-Parade. Was nach Karneval aussieht, hat seine Wurzeln tatsächlich in einer alten christlichen Tradition, die die Einheimischen wiederentdeckt haben. Eine bunte Show, die auch ein Ausdruck der Lebensfreude auf der Insel ist. In Kubas Osten ist also Einiges los. Und das dürfte in Zukunft auch immer mehr Touristen aus aller Welt anlocken.

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