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Bevor der Laden dichtmacht


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Bevor der Laden dichtmacht

Flandern ist eine Vorzeigeregion, was die Betreuung von Unternehmern angeht, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Was sind die Alarmsignale? Wie reagiert man und wie kommt man nach einer Pleite wieder auf die Beine?

Wie Firmeninsolvenzen verhindern?

  • Jährlich gegen in der EU etwa 200.000 Unternehmen in Konkurs, wodurch mehr als 1,7 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Heruntergerechnet heißt das: Jeden Tag gehen etwa 600 Firmen in Europa pleite.
  • Obwohl Insolvenzen also keineswegs unüblich sind, halten die praktischen Schwierigkeiten und das Stigma, das ihnen anhängt, viele Unternehmer nach einem Konkurs davon ab, es noch einmal zu versuchen und wieder eine Firma zu gründen.
  • Bei nur rund 4-6 Prozent der Insolvenzen ist Betrug im Spiel. Dennoch ist die Auffassung verbreitet, dass Insolvenz und Betrug eng zusammenhängen.
  • Viele Unternehmen, die bankrottgehen, könnten gerettet werden. Ein Frühwarninstrument – ein kurzer Test zur Selbsteinschätzung, den die Europäische Kommission entwickelt hat – soll Unternehmern helfen, ihr Leistungsvermögen einzuschätzen und Problembereiche aufzudecken.
  • Die Kommission hat außerdem neue Regeln zur Insolvenz vorgeschlagen, damit Unternehmen in Schwierigkeiten früh umstrukturieren können, um den Konkurs zu vermeiden.

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Die Vereinigung Dyzo in Belgien betreut Unternehmer in finanziellen Schwierigkeiten. Pleiten bleiben ein echtes Problem in Europa. Pol Vermoere, Dyzo-Mitbegründer: “Jährlich gehen in Europa 200.000 Firmen bankrott. 1,7 Millionen Menschen verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Dyzo richtet sich an Unternehmer in Schwierigkeiten, versucht, ihren Betrieb zu retten, und wenn das nicht glückt, suchen wir eine neue Zukunft für sie.”


Früh die Probleme erkennen und angehen


Antizipieren ist das Stichwort. Philip Oosterlinck arbeitet ehrenamtlich bei Dyzo. Auch er ging vor einigen Jahren bankrott. Und das, obwohl sein Familienbetrieb seit vier Generationen existierte und dreißig Mitarbeiter beschäftigte. Doch er gab nicht auf, heute führt er ein Beratungsunternehmen. An diesem Morgen trifft er Dirk van de Velde. Der musste zwar keinen Konkurs anmelden, zog aber doch lieber frühzeitig die Reißleine. Seit eineinhalb Jahren begleitet Oosterlinck Van de Veldes Kleinbetrieb mit 13 Mitarbeitern, der Metallteile für die Industrie fertigt: “Dirks explizite Frage war, wie sein Betrieb gesund wachsen kann”, erzählt er. “Dafür haben wir ein Finanz-Audit durchgeführt und eine Strategie-Analyse des Marktes. Und dann haben wir, was der Betrieb nicht hatte, was aber sehr wichtig ist, partizipatives Management eingeführt.”

Die Empfehlungen wurden schnell umgesetzt, und die Wirkung ließ nicht auf sich warten, berichtet Van de Velde: “Durch das Antizipieren konnte ich Probleme vermeiden. Ich habe zwei neue Arbeitnehmer angeworben. Ich habe 250.000 Euro investiert. Mein Umsatz ist um zwanzig Prozent gestiegen. Ich habe einen neuen Großkunden gefunden. Die Zusammenarbeit hat sich gelohnt.”


Richtlinie für bessere Prävention gegen Insolvenzen


Der Auffassung, dass ein systematischer Zusammenhang zwischen Konkursen und Betrug besteht, stellt sich Pol Vermoere vehement entgegen: “Dyzo betreut Firmen seit zehn Jahren und hat 10.000 Unternehmen begleitet. Ich kann Ihnen versichern, dass 95 Prozent der Unternehmer, die in Konkurs gehen, ehrliche Leute sind.”

Die Europäische Kommission hat einen Richtlinienentwurf vorgestellt, der es Unternehmern in Schwierigkeiten erleichtern soll, zu antizipieren und präventiv umzustrukturieren, um die Insolvenz zu vermeiden. Bei Konkurs sollen sie eine zweite Chance bekommen und nach einer bestimmten Zeit von ihren Schulden befreit werden.

Auf welche Alarmzeichen sollte ein gefährdeter Unternehmer achten, welche Fragen sollte er sich stellen? Pol Vermoeres Rat: “Kann ich meine Rechnungen pünktlich bezahlen? Verstehe ich die Empfehlungen meines Buchhalters? Und: Schlafe ich gut?”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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