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Deutsche bei Angriff auf Kabuler Gästehaus getötet, eine Finnin entführt


Afghanistan

Deutsche bei Angriff auf Kabuler Gästehaus getötet, eine Finnin entführt

Bei einem Überfall auf ein Gästehaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurde eine Deutsche und ein Wachmann getötet, außerdem wurde eine finnische Frau entführt. Das Haus ist die Unterkunft einer schwedischen Hilfsorganisation namens “Operation Mercy”. Unklar ist, ob der Zwischenfall einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund hat. Sicherheitsexperten halten für denkbar, das die immer aktivere Kidnapping-Mafia von Kabul verantwortlich sein könnte. Der waren zuletzt mindestens vier Ausländer und viele afghanische Geschäftsleute zum Opfer gefallen. Die meisten Opfer kommen relativ schnell wieder frei. Informierte Kreise sagen, die Mafia habe Unterstützung bis in hohe afghanische Politkreise. Unter den Opfern sind auffallend viele Frauen.


Andererseits könnte es sich um einen gezielten Angriff auf die NGO als christliche Organisation handeln. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit 2014 deutlich verschlechtert. Die GIZ hatte im Mai erklärt, ihre Büros im Zentrum von Kabul aufzugeben und in ein schwer gesichertes Lager am Stadtrand ziehen. Sie schließt damit sechs ihrer sieben Büro- und Wohngelände, die sie in den vergangenen Jahren – als Reaktion auf das Erstarken der Taliban, mehr Anschläge und Entführungen – teils für Hunderttausende Euro mit Sprengschutzwänden und Stahlschleusen gesichert hatte. Das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif war schon im Winter nach einem Angriff der Taliban in ein Militärlager umgezogen. Neben dem so genannten IS müssen die afghanischen Streitkräfte auch gegen die radikalislamischen Taliban kämpfen, seit Anfang März sollen 750 islamistische Kämpfer getötet worden sein.


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