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Stoltenberg: NATO wird Anti-IS-Allianz beitreten

Die NATO wird sich offiziell an der anti-IS-Koalition beteiligen.

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Stoltenberg: NATO wird Anti-IS-Allianz beitreten

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Die NATO wird sich offiziell an der anti-IS-Koalition beteiligen. Das hat Generalsekretär Jens Stoltenberg im Interview mit Euronews-Korrespondent Andrei Beketov kurz vor dem Gipfeltreffen am Donnerstag angekündigt.

Euronews:
Herr Generalsekretär, der heutige Tag wäre ja ein Anlass zum Feiern – mit der Eröffnung des neuen Hauptquartiers hier in Brüssel – aber der grauenvolle Anschlag von Manchester lässt das nicht zu. Ist es nicht Zeit für die NATO, der anti-IS-Allianz beizutreten und Daesh zu bekämpfen?

Stoltenberg:
Die NATO wird heute beschließen, sich dieser Allianz und dem Kampf gegen ISIS anzuschließen. Undwzar als Teil eines Aktionsplans mit zahlreichen Elementen. Diese Entscheidung ist ein Element, ein anderes ist die Bereitstellung praktischer Unterstützung für die Allianz durch unsere AWACS Überwachungsflugzeuge, die mehr Flugstunden und längere Einsätze absolvieren werden.
Wir werden eine neue nachrichtendienstliche Einheit einrichten, die sich speziell mit den sogenannten Foreign Fighters befassen wird. Also, wir verstärken unsere Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus bedeutend.

Euronews:
Und wie sieht es mit dem Einsatz von Bodentruppen aus? Oder ist das nur Symbolik?

Stoltenberg
Das ist nicht symbolisch, sondern eine starke politische Botschaft der Einheit im Kampf gegen den Terrorismus auf der Grundlage einer verbesserten Zusammenarbeit und Koordination zwischen der NATO und den anderen Koalitionspartnern .
Aber: die NATO wird sich nicht an Gefechtssituationen beteiligen, sondern Ausbildung und Kapazitätserweiterung betreiben.

Euronews:
Sie treffen heute mit dem neuen amerikanischen Präsidenten zusammen. Welche Auswirkung wird er auf europäische Verteidigungshaushalte haben?

Stoltenberg:
Nun, er erwartet, dass die Europäer und Kanada das umsetzen, was wir 2014 beschlossen haben. Ich halte das für sehr wichtig, undzwar nicht nur, um den USA einen Gefallen zu tun, sondern weil es im ureigenen Interesse von Europa selbst ist, mehr in den Verteidigungshaushalt zu investieren, zu einem Zeitpunkt an dem die Welt gefährlicher geworden ist.
Und das geschieht ja auch, schon 2015 hatten wir erstmals ein Jahr ohne einen Abbau der Haushalte, damit wurde ein jahrelanger Trend gestoppt. Und im vergangenen Jahr gab es dann einen bedeutenden Zuwachs. Die europäischen NATO-Partner haben also die Zeichen der Zeit erkannt und bewegen sich in die richtige Richtung.

Euronews:
Präsident Trump erwähnt Russland nicht als Gefahr. Werden sie da seine Meinung ändern können, oder sich der seinen annähern?

Stoltenberg:
Die NATO hat eine sehr eindeutige Position gegenüber Russland, nämlich die, dass wir zugleich eine starke Abschreckung und den Dialog brauchen. Wir können uns nicht einfach das eine oder das andere auswählen. Und es gibt auch keinen Widerspruch zwischen starker Verteidigungsbereitschaft und politischem Dialog.
Ich habe Präsident Trump vor einigen Wochen im Weißen Haus getroffen. Er teilt und unterstützt die Position der NATO gegenüber Russland: Verteidigungsbereitschaft und Dialog. Russland ist unser größter Nachbar. Russland wird nicht einfach verschwinden, und die NATO wünscht weder einen neuen Kalten Krieg noch ein neues Wettrüsten. Deshalb müssen wir das Gespräch suchen, aber auf der Grundlage einer glaubwürdigen Abschreckung.