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Odebrecht-Skandal: Immer neue Enthüllungen


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Odebrecht-Skandal: Immer neue Enthüllungen

Mit systematischer Bestechung und Korruption hat die Baufirma Odebrecht auch in Venezuela agiert. So waren dem Oppositionsführer und Gouverneur des venezolanischen Bundesstaates Miranda, Henrique Capriles, in der Präsidentschaftswahl von 2012 ebenfalls Schmiergelder zugekommen. Damit wollte der Bauriese im Falle eines Wahlsiegs der Opposition sichergehen, trotzdem an Aufträge zu kommen. Hauptempfänger der Schmiergelder war Hugo Chávez, der die Wahl gewann, aber fünf Monate später verstarb.

Vorwürfe gibt es sowohl gegen den amtierenden brasilianischen Präsidenten Michel Temer als auch die früheren Präsidenten Dilma Rousseff und Luiz Inacio Lula da Silva, die argentinischen Regierungen der Kirchners sollen ebenfalls Bestechungsgelder angenommen haben.

Eine Enthüllung folgt der nächsten, so hatte die Generalstaatsanwaltschaft in Panama zuletzt verkündet, dass die Zahl der in den Korruptionsskandal verwickelten Personen von 17 auf 36 gestiegen ist. Auch die Kinder des ehemaligen Präsidenten Ricardo Martinelli im Verdacht, Zahlungen angenommen zu haben.

Der Korruptionsskandal um die Baufirma Odebrecht erschüttert Südamerika seit über einem halben Jahr. Auch in Mosambik und Angola machte das Unternehmen Geschäfte. In insgesamt 12 Ländern soll das Unternehmen mehr als 700 Millionen Euro an Schmiergeldern gezahlt haben, um bei der Auftragsvergabe bevorzugt zu werden.

Sie machen auch nicht vor Friedensnobelpreisträgern Halt: In Kolumbien ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft, ob in den Wahlkampfkampagnen des Präsidenten Juan Manuel Santos von 2010 und 2014 , Schmiergelder geflossen sind.

Im Heimatland Brasilien wird Odebrecht vorgeworfen, mindestens 310 Millionen Euro zwischen 2003 und 2016 an Politiker verschiedener Parteien gezahlt zu haben. Ausgangspunkt war der “Lava-Jato”-Skandal um Schmiergeldzahlungen bei Bauprojekten des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras.


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